17.08.2017
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Landkreis Nürnberger Land

08/01/17

Wir helfen einander verstehen – Sprachlotsen im Nürnberger Land

NÜRNBERGER LAND (lra) – Kerstin Stocker, Leiterin des Win-Win-Freiwilligenzentrums beim Landratsamt, und Otfried Bürger, Leiter des Landkreisbüros der Sparkasse Nürnberg, freuten sich während eines Zusammentreffens mit drei ehrenamtlichen Sprachlehrerinnen – die symbolisch für die vielen Sprachhelfer im ganzen Landkreis stehen – über das gemeinsame Projekt „Wir helfen einander verstehen – Sprachlotsen im Nürnberger Land“. Die Sparkasse Nürnberg spendete dafür in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 2.000 Euro. Dass dieses Geld mehr als gut angelegt ist, versicherte Stocker, denn damit unterstützt das Freiwilligenzentrum unbürokratisch und schnell Freiwillige, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund zu helfen, die deutsche Sprache zu lernen. Im Landkreis gibt es viele solcher Initiativen. Sie sind zumeist an die rund zwanzig „Helfer- und Unterstützerkreise Asyl“ angeschlossen.

 

„Mit dem Geld können wir schnell kleine, einfache Wünsche der freiwilligen Sprachhelfer und -lehrer erfüllen, für die einfach oft das Geld fehlt oder kein Fördertopf passt“, erklärt Stocker und bedankte sich bei Bürger für das soziale Engagement der Sparkasse Nürnberg. Materialien und Anschauungsmaterial für den Sprachunterricht können von der Spende finanziert werden, aber beispielsweise auch einmal ein paar Lebensmittel zum gemeinsamen Kochen am Ende eines Sprachkurses oder für kleine Anerkennungsgesten zur Motivation und Neugewinnung von Sprachhelfern.

 

Solveig Grunow, die Koordinatorin der ehrenamtlichen Asylhelfer beim Win-Win-Freiwilligenzentrum, führt einen Dolmetscherpool mit Geflüchteten, die bereits relativ gut deutsch sprechen. Ehrenamtliche, die in besonders schwierigen Situationen einfach alleine nicht mehr weiterkommen, können beim Freiwilligenzentrum Übersetzer zur Vermittlung beantragen. So können beispielsweise besonders schwierige Gespräche an Schulen, in Kitas, beim Arzt oder in Kliniken begleitet werden. Die Aufwandserstattungen für diese ehrenamtlichen Dolmetscher werden ebenso aus dem Spendentopf der Sparkasse beglichen.

 

Auch Schreibblöcke, die für Deutschkurse beim Freiwilligenzentrum angefordert werden können, sind Projektbestandteil. Drei ehrenamtliche Sprachlehrerinnen aus Lauf, die in den Flüchtlingsunterkünften in der Altdorfer Straße und in der Waldluststraße Sprachkurse geben, berichteten Otfried Bürger über ihre ehrenamtliche Aufgabe. Ihre Tätigkeit sei natürlich geprägt von Aufs und Abs, aber sie mache ihnen viel Freude. Denn die Fortschritte, die manche Geflüchteten mit ihren Deutschkenntnissen machen, seien einfach phänomenal. Wenn es dann auch noch ehemalige Schüler schaffen, in Deutschland Fuß zu fassen, sei das ja auch ein bißchen ihr Verdienst, erklärten die drei stolz.

 

Das Win-Win-Freiwilligenzentrum des Landratsamtes unterstützt und berät ehrenamtlich Engagierte und Organisationen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten, und koordiniert die ehrenamtliche Asyl- und Integrationsarbeit im Landkreis. Wer Interesse hat, Sprachkurse für Geflüchtete zu geben oder sich anderweitig engagieren möchte, wende sich an das Freiwilligenzentrum unter der Telefonnummer 09123/950-6700. Nähere Informationen sind auch im Internet erhältlich unter www.nuernberger-land.de > Verwaltung und Bürgerservice > Freiwilligenzentrum.

Kerstin Stocker (erste von links) und Otfried Bürger (Mitte) mit drei ehrenamtlichen Sprachlehrerinnen; (Foto: privat)