22.11.2017
    Startseite        Suche        Seitenverzeichnis        Links        Kontakt    
Landkreis Nürnberger Land

11/14/17

Die Generation Z will wertgeschätzt werden

NÜRNBERGER LAND (LRA) – Die zwischen 1995 und heute Geborenen - die sogenannte Generation Z - definieren Stellenwert und Sinnhaftigkeit von Arbeit anders als vorherige Generationen. Wie ticken sie und wie gewinnt man sie als Mitarbeiter/in fürs Unternehmen – das waren die Fragestellungen einer durch die Wirtschaftsförderung Nürnberger Land und der vocatium Akademie organisierten Dialogveranstaltung.

 

Zahlreiche Unternehmensvertreter und sonstige Interessierte sind der Einladung in die Realschule am Fränkischen Dünenweg nach Röthenbach gefolgt. Nach einer Begrüßung durch Landrat Armin Kroder, der sich selber als einen Vertreter der Generation Golf bezeichnet, hat Professor Rainer Trinczek von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg den Generationenbegriff an sich und die Generation Z im Besonderen beleuchtet. Selbstverständlich lässt sich eine Generation nicht über einen Kamm scheren, aber einige Trends und Eigenschaften sind dennoch prägend. So ist eine nachlassende Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber zu beobachten, wobei allerdings die Flexibilität in der Arbeit zunimmt. Außerdem nimmt das Streben nach materiellem Erfolg und langfristiger Planung ab, wohingegen das Privatleben an Wichtigkeit zunimmt. Über allem steht allerdings zweifelsfrei die Digitalisierung, die diese Generation von Geburt an begleitet.

 

Die anschließende Podiumsdiskussion hat sich sehr lebhaft und zielführend entwickelt. Die heimischen Schulen wurden vertreten durch Konstanze Pirner von der Mittelschule Altdorf, Peter Müller von der Realschule Röthenbach und Klaus Neunhoeffer vom Gymnasium Hersbruck. Vertreter von Ausbildungsbetrieben waren Gerhard Bassimir von der Sumitomo (SHI) Demag aus Schwaig und Matthias Oppel von der Schreinerei Oppel aus Lauf/Schönberg. Ideal ergänzt wurde das Podium von Stefanie Neugebauer, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit, Amina Hussein, Schülerin und dem Auszubildenden Leon Just. Die Moderation hat Maike Kraiss von der vocatium Akademie übernommen.

 

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Angebote und Möglichkeiten für die Angehörigen der Generation Z größer und vielfältiger sind denn je. Im Gegenzug lässt sich allerdings auch feststellen, dass diese Jugendlichen durch dieses Angebot überfordert sind und Angst vor Entscheidungen haben. Es fehlt der eigene Antrieb und das selber in die Gänge kommen. Praktika sind daher für beide Seiten ein ganz wesentlicher Baustein. Auch wenn die Jugendlichen von Anfang an mit der Digitalisierung aufwachsen, so macht sie ihnen dennoch Angst. Dies gerade auch im Hinblick auf die künftige Berufswahl. Das wichtigste Fazit ist allerdings, dass man auch diese Generation als künftige Mitarbeiter gewinnen kann. Dies erfordert allerdings ein radikales Umdenken in den Unternehmen. Traditionelle Strukturen müssen aufgebrochen werden. Die Jugend will keinen Ausbilder im klassischen Sinn mehr. Die Ausbildung sollte freier und kreativer ausgestaltet sein. Der klassische Ausbilder sollte sich zum Ausbildungsbegleiter entwickeln. Wertschätzung und Teamarbeit sind letztendlich die Schlüsselworte, mit denen es gelingen kann, Jugendliche für das eigene Unternehmen zu gewinnen und schließlich auch an dieses zu binden.

 

 

Bild: Fachleute beleuchten eine Generation Foto: Privat