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12/06/20

Treffen des Projektteams Bündnis für Familie

Karl-Heinz Herrmann und Ingrid Kroder (vordere Reihe) bereicherten als langjährige Mitglieder des Projektteams die Arbeit des Bündnisses für Familie. Dafür bedankten sich Annette Zimmermann, Leiterin desselben, und Landrat Armin Kroder. Foto: B. Hölzel

NÜRNBERGER LAND (lra) – Das Corona-Virus hat sich auch auf die Arbeit des Bündnisses für Familie ausgewirkt. Beim jüngsten Treffen des Projektteams zogen die Mitglieder Bilanz, analysierten die bestehenden Probleme und berichteten, wie die Menschen sich gegenseitig mit vereinten Kräften durch die Krise halfen.

 

Beim Tagesordnungspunkt „Wie und was läuft im Landkreis trotz Corona?“ tauschten sich die Mitglieder über Probleme und Erfreuliches aus. Evelyn Kittel-Kleigrewe, Fachberatung und Fachaufsicht für Kindergärten, Kinderkrippen und Kinderhorte, brachte den schon länger bestehenden erheblichen Fachkräftemangel in den Kitas im ländlichen Raum aufs Tableau. Wenn nun durch das Corona-Virus weiteres Personal wegfiele, sei es durch eine Infektion oder Schutzmaßnahmen wie Quarantänen, könnte das zu gekürzten Öffnungszeiten, Einschränkungen im Kitabereich oder sogar zu Schließungen einzelner Einrichtungen führen. Aktuell läuft aber alles so normal, wie es in diesen Zeiten möglich ist. Mit einer Anzeige im Familienwegweiser soll zukünftig für den Beruf der Erzieher*innen Werbung gemacht werden. Die Pflegebranche sucht aus ähnlichen Gründen dringend Verstärkung, wie Kreisrätin Kristine Lütke, die in diesem Feld arbeitet, vermeldete.

 

Christa Gertshauser, Leitung des Sachgebietes Gesundheitsförderung, berichtete, dass während der heißen Phase der Corona-Epidemie im Frühjahr die telefonische Krisenberatung nur eingeschränkt angeboten werden konnte. Denn seit März 2020 kamen riesige Herausforderungen auf die Gesundheitsämter zu. Dr. Hanspeter Kubin, Leiter der Behörde in Lauf, reagierte schnell und beherzt: Aus allen Sachgebieten wurden Mitarbeitende zur Unterstützung benötigt und in die Telefonate mit COVID-19-Erkrankten und deren Kontaktpersonen miteinbezogen, um die Corona-Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen. Nach einigen Wochen konnten die neu gegründeten „Contact Tracing Teams“ diese Tätigkeiten übernehmen. In den letzten Wochen verzeichnete die psychosoziale Beratungsstelle des Gesundheitsamts einen enormen Anstieg von Anfragen und Beratungsbedarf. Während des Lockdowns, einer individuellen Quarantäne oder der allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen sind Menschen in ein seelisches Loch gefallen; es wird vermehrt von Panikattacken, Angstzuständen und Depressionen berichtet. Studien zeigen bereits, dass diese Zunahme psychischer Krisen weltweit zu beobachten war und ist.

 

Aber es gibt auch gute Entwicklungen: Kreisrätin Julia Hacker, ebenso wie Kreisrätin Evelyn Schötz und Kreisrätin Kristine Lütke neu im Projektteam, erzählte, wie der Spielmannszug Lauf während des Lockdowns die Verteilung von Lebensmitteln organisierte. Mechthild Scholz berichtete vom offenen Gabentisch vor dem Mehrgenerationenhaus und von Nachhilfen und Hausaufgabenbetreuungsangeboten für Grundschulkinder, die mit dem Homeschooling zu kämpfen hatten. Außerdem ist der Café-Treffpunkt wieder offen. Der Kreis-Jugend-Ring unter Leitung von Brunhilde Schmidt hat Hygienekonzepte für die einzelnen Jugendangebote in den Kommunen entwickelt, sodass diese weiterhin stattfinden können. Die KJR-Ferienangebote laufen ebenfalls trotz aller Widrigkeiten und werden gut genutzt. Annette Zimmermann, Leiterin des Bündnisses für Familie, berichtete, dass das jüngste Pilotprojekt, die betrieblich gestützte Ferienbetreuung in Altdorf während der ersten zwei Ferienwochen, die in Zusammenarbeite mit vier Firmen aus dem Landkreis (der ETA, den Rummelsbergern, der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht und dem Landratsamt) organisiert worden war, gut verlaufen ist. Sie soll nächstes Jahr fortgeführt werden. Im Oktober findet ein weiterer der beliebten Babysitter-Hero-Kurse statt; genauere Infos dazu gibt es unter www.babysitter-hero.de. Im September läuft die Ausbildung zum Pflegelotsen in Zusammenarbeit mit der Rummelsberger Diakonie an. Zum Projektteam Bündnis für Familie gehört auch Özden Koca, Jugendhilfeplanerin/Koordinierungsstelle Familienbildung, zuständig für die Organisation der Familienstützpunkte, die im Landkreis ab Frühjahr 2021 eingerichtet werden sollen. Familienstützpunkte lotsen nicht nur ratsuchende Eltern und Sorgeberechtigte zu helfenden Angeboten, sondern können auch selbst solche Angebote schaffen und anbieten, wie beispielsweise Vorträge, Seminare oder Beratungen. Die Elterntalk-Reihe sucht eine neue Regionalbeauftragte, da die aktuelle, Angelika Pflaum, im November aufhört. Anja Wirkner, Gleichstellungsbeauftragte des Nürnberger Landes, berichtete vom Baby- und Familientag, der im Juni zum ersten Mal virtuell stattfand und von vielen Interessierten mitverfolgt wurde – so soll es auch mit dem Unternehmerinnentag am 26. September passieren, um der Sicherheit der Beteiligten Rechnung zu tragen.

 

Außerdem wurden bei diesem Teamtreffen zwei langjährige Mitstreitende verabschiedet: Kreisrätin Ingrid Kroder und der ehemalige Kreisrat Karl-Heinz Herrmann. Kroder war die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein großes Anliegen, für das sie sich als Mitglied im Team des Bündnisses für Familie eingesetzt hat, und Herrmann bedankte sich für die stets „angenehme, harmonische, ideologiefreie und produktive Zusammenarbeit und die faire Kommunikation“. Annette Zimmermann dankte beiden herzlich für Impulse und Tatkraft. Das ganze Team wünscht beiden für die Zukunft alles Gute.

 

 

gedruckt am  30.10.2020
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