21.08.2019
    Startseite        Suche        Seitenverzeichnis        Links        Kontakt    
Landkreis Nürnberger Land

04/15/19

Ein Netz, um den Fachkräftemangel aufzufangen - Auftaktveranstaltung des MINT-Netzwerks Nürnberger Land

Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker, Sophie Linnert von der Bildungsregion, Landrat Armin Kroder und Peter Müller, Schulleiter der Realschule am Fränkischen Dünenweg (v. l. n. r.). Foto: Iris Bitzigeio

NÜRNBERGER LAND (lra) – Nicht aus allen Schülern der Generation Digital Natives werden die naturwissenschafts- und technikbegeisterten Fachkräfte, nach denen viele Unternehmen des Nürnberger Lands so händeringend suchen. Deswegen baut das Regionalmanagement am Landratsamt das MINT-Netzwerk auf: Wirtschaft, Politik und Schulen wollen zukünftig durch abgestimmte Maßnahmen Kinder und Jugendliche für die gefragten Berufszweige gewinnen. Am 11. April fand die Auftaktveranstaltung in der Röthenbacher Realschule statt.

 

Die MINT-Fächer – das sind Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – sind nicht die beliebtesten des Stundenplans, der Ausbildungs- oder Studiengänge. Leider: Erstens haben Absolventen dieser Richtungen erstklassige Berufsaussichten auf sichere, gutbezahlte Jobs, zweitens brauchen die Unternehmen der Region dringend qualifizierte Mitarbeiter, um leistungsfähig zu bleiben und ihre Positionen, teils in der internationalen Spitze, halten zu können. Wer sich also auf Zahlen und Naturgesetze einlässt, schafft eine Win-Win-Situation für sich und seinen Arbeitgeber, ist die Überzeugung von Röthenbachs Bürgermeister Hacker, der selbst Statiker ist.

 

Allerdings beobachtet Peter Müller, Schulleiter der Realschule am Fränkischen Dünenweg in Röthenbach, dass viele seiner Schützlinge die Beziehung zu Natur und Umwelt verloren und daher kein Gespür für die Gesetzmäßigkeiten haben, denen der Mensch trotz aller zivilisatorischen Errungenschaften letztendlich unterworfen bleibt. Was war das Fischstäbchen, bevor es ein Fischstäbchen wurde? Was hat der scheinbar weitentfernte Kreislauf der Meere mit einem Mittagessen in Franken zu tun? „Es ist uns wichtig, unseren Schülern einen nachhaltigen Lebensstil beizubringen“, sagt Müller, „und ihre Neugier und ihr Interesse zu wecken für die Naturwissenschaften und die Technik, die unser Leben mitbestimmen.“ Ins selbe Horn stößt Landrat Armin Kroder: „Wir brauchen MINTler, Techniker, Erfinder, nicht zuletzt, um Umweltschutz und Nachhaltigkeit möglich zu machen, beispielsweise, um die Herausforderungen bei der Energieumwandlung und den Speichermedien zu lösen, um die regenerativen Energien noch besser nutzen zu können.“

 

Der Auftrag wurde erkannt: Sophie Linnert vom Regionalmanagement, die für die Bildungsregion Nürnberger Land zuständig ist, hat durch eine Umfrage der Wirtschaftsförderung des Landkreises noch einmal die Bestätigung dafür erhalten, dass auch im Nürnberger Land der Industrie und dem Handwerk akut Fachkräfte fehlen. Erstens herrscht im Landkreis bereits Vollbeschäftigung und der Arbeitsmarkt ist leergefegt, zweitens mangelt es Bewerbern häufig an Qualifikation und persönlicher Eignung. Das Landratsamt steuert gegen: Die Wirtschaftsförderung organisierte unter anderem die Fachkräftemesse im letzten Oktober, die ein großer Erfolg war, und das Regionalmanagement initiiert nun das MINT-Netzwerk, in dem sich Politik, Wirtschaft und Schulen zusammentun zur Erreichung des gemeinsamen Zieles, mehr Schülerinnen und Schüler für die Fächer und Berufe zu begeistern. Bei der Auftaktveranstaltung am 11. April in der Realschule am Fränkischen Dünenweg besprachen die Repräsentanten der verschiedenen Bereiche die Ausgestaltung dieses Netzwerkes in verschiedenen Workshops – viele der Teilnehmenden wollten sogar sofort loslegen und brachten Ideen für Projekte ein. Rund zwanzig Unternehmen und Institutionen schrieben sich direkt vor Ort als Mitglieder ein, darunter die Tadano Faun GmbH, das Industriemuseum in Lauf, die VHS und mehrere Schulen wie das Christoph-Jakob-Treu-Gymnasium oder die Grundschule Burgthann. Nachdem der Startschuss nun gefallen und das Netzwerk offiziell gegründet ist, soll es Ende Mai mit der ersten Sitzung aller Mitglieder weitergehen. Die Kontaktperson für Interessierte ist Sophie Linnert, erreichbar per Mail unter bildung@nuernberger-land.de oder unter 09123 9506070.