20.08.2019
    Startseite        Suche        Seitenverzeichnis        Links        Kontakt    
Landkreis Nürnberger Land

05/03/19

Erste-Hilfe geht uns alle an – Geflüchtete sind fit für Kindernotfälle

Integrationslotsin Solveig Grunow (untere Reihe, 2.v.r.) mit den Teilnehmern des Erste-Hilfe-Kurses für Kindernotfälle. Foto: WinWin Freiwilligenzentrum

NÜRNBERGER LAND (lra) – Integrationslotsin Solveig Grunow des WinWin Freiwilligenzentrums hat gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Nürnberger Land e.V. (ASB) einen Erste-Hilfe-Kurs bei Kindernotfällen für Familien mit Fluchthintergrund organisiert. Insgesamt 15 Flüchtlinge aus dem Landkreis machten sich fit, um im Notfall den Kleinsten helfen zu können.

Die Frauen und Männer mit Fluchthintergrund informierten sich im Rahmen des Projekts „Teilhabe durch Engagement“ des WinWin Freiwilligenzentrums im April über Erste-Hilfemaßnahmen bei Kindernotfällen. Sie wissen jetzt, was bei Verletzungen oder gar Knochenbrüchen von Kindern zu tun ist, welche Informationen für die Leitstelle bei einem ein Notruf wichtig sind, welche Anzeichen auf einen drohenden Schock hindeuten können und vieles mehr. In dem Erste-Hilfe-Kurs wurde die Bedeutung der Notrufnummer 112 genauso aufgezeigt wie die medizinischen Versorgungsstrukturen vom Kinderarzt bis zur Notfallaufnahme in einem Krankenhaus. Kindernotfälle können jedem im Alltag begegnen, ob im Haushalt, auf dem Spielplatz oder im Straßenverkehr. „Erste-Hilfe geht uns alle an“, so Lydia Isik vom Ausbildungsteam des Arbeiter-Samariter-Bundes Nürnberger Land e.V. (ASB), die an zwei Vormittagen das notwendige Fachwissen vermittelte. Anhand von zwei speziellen Babypuppen konnte gezeigt werden, wie eine Reanimationskette bei Babys und Kleinkindern durchgeführt wird. Das Anlegen von Dreieckstuch und Druckverband bei einer starken Blutung konnten die Mütter und Väter an sich gegenseitig erproben.

Der Kurs legte es indes nicht nur auf das Wissen über die Erste-Hilfe-Maßnahmen an: Gerade im Bereich Rettungsdienst oder Kinder- und Jugendarbeit gibt es beim ASB viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Mit dem Zertifikat, dass die Teilnahme am Kurs bescheinigt, können die Geflüchteten zeigen: „Ich bin vorbereitet und will mich mit in die Gesellschaft einbringen“ und einen Weg in ein eigenes ehrenamtliches Engagement finden. Sulaiman Ali ist so ein freiwillig Engagierter. Er fand über das WinWin Freiwilligenzentrum bereits mehrere Ehrenämter und es war ihm eine Herzensangelegenheit, auch hier zu helfen, indem er die Kursinhalte ins Arabische übersetzte, so dass die Teilnehmenden sich ganz auf die Erste-Hilfe-Maßnahmen konzentrieren konnten. Viele der Geflüchteten leben schon länger in Deutschland und beherrschen die Sprache. Aber es geht nicht immer darum, ein Wort eins zu eins zu übertragen – erst die kultursensible Übersetzung und das Aufspüren von Verständnisschwierigkeiten ermöglichen eine gezielte Kommunikation.

 

Das Modellprojekt „Teilhabe durch Engagement“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V. (bagfa) wird durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Das WinWin-Freiwilligenzentrum des Landratsamtes unterstützt Organisationen, die mit Freiwilligen arbeiten, berät Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und organisiert regelmäßig Projekte, die die gesellschaftliche Inklusion fördern. Weiterhin bietet es ein attraktives Fortbildungsprogramm für Freiwillige und steht ihnen bei Fragen zur Verfügung. Außerdem betreibt es online-Engagementbörse, die Interessierten hilft, eine passende ehrenamtliche Tätigkeit zu finden. Auch die Herausgabe der Bayerischen Ehrenamtskarte sowie die Integrationslotsin des Nürnberger Lands sind im WinWin Freiwilligenzentrum angesiedelt. Weitere Informationen gibt es unter asylhelfer@nuernberger-land.de oder unter landkreis.nuernberger-land.de/index.php.