07.04.2020
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Landkreis Nürnberger Land

11/22/19

Internationaler Gedenktag: „Nein zu Gewalt an Frauen“

Gleichstellungsbeauftragte Anja Wirkner und Katharina Eichenmüller, Geschäftsstellenleiterin der GesundheitsregionPlus Nürnberger Land, mit der Fahne, die bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember vor dem Landratsamt wehen wird. Foto: R. List

NÜRNBERGER LAND (lra) – Der 25. November ist der „Internationale Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen“. Im Landkreis Nürnberger Land wird an vielen Stellen, zum Beispiel am Landratsamt, die blaue Fahne mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“ wehen. Am 11. und 12. Dezember findet in Nürnberg die Fachtagung „Gewalt kostest!“ statt und der Flyer mit Notfall-Anlaufstellen wird neu aufgelegt.

 

In der 2011 durch die EU verabschiedeten Istanbul-Konvention wird Gewalt gegen Frauen „als eine Menschenrechtsverletzung und eine Form der Diskriminierung der Frau verstanden und bezeichnet alle Handlungen geschlechtsspezifischer Gewalt, die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder wirtschaftlichen Schäden oder Leiden bei Frauen führen oder führen können, einschließlich der Androhung solcher Handlungen, der Nötigung oder der willkürlichen Freiheitsentziehung, sei es im öffentlichen oder im privaten Leben“. Wer denkt, Gewalt gegen Frau passiere nur „woanders“, aber nicht im eigenen Land oder im eigenen Dorf, oder nur auf dunklen Wegen, in Diskotheken oder in problematischen Arbeitsverhältnissen, der irrt. Gewalt passiert auch, wo es eigentlich ein Vertrauensverhältnis geben sollte, einen Rückzugsort, Schutz und Sicherheit: Laut der im November 2018 erschienenen Polizeilichen Kriminalstatistik zur Partnerschaftsgewalt erlebt jede vierte Frau in Deutschland, unabhängig von ihrem sozialen Status, einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner. Dies reicht von einer Ohrfeige bis zum Einsatz von Waffen oder bis zur Vergewaltigung.

 

Im Jahr 2000 erklärten die Vereinten Nationen den 25. November zum Internationalen Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes initiierte die Fahnenaktion; mittlerweile zeigen Ministerien, Verbände, Ämter und andere staatliche und nicht-staatliche Institutionen Flagge gegen dieses Unrecht.

 

Anlässlich des „Internationalen Tages Nein zu Gewalt an Frauen“ legt die Gleichstellungsbeauftragte Anja Wirkner, gemeinsam mit Katharina Eichenmüller, Geschäftsstellenleiterin der GesundheitsregionPlus Nürnberger Land das Notfallkärtchen „Was tun?! Hier bekommen Sie Hilfe im Landkreis Nürnberger Land bei häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch, Kinder in Not“ neu auf. „Es ist wichtig, dass wir im Landkreis ein gutes Netz an Fachstellen und professioneller Hilfe haben, wie beispielsweise das Frauenhaus oder der Frauennotruf. Und dass wir immer wieder auf die Auswirkungen von Gewalt aufmerksam machen“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamtes. Deswegen veranstaltet die Landesarbeitsgemeinschaften der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern zusammen mit der neuen Landesweiten Koordinierungsstelle gegen häusliche und sexualisierte Gewalt in Bayern am 11. und 12. Dezember 2019 in Nürnberg die Fachtagung „Gewalt kostet! Auswirkungen von häuslicher Gewalt auf Individuen, Staat und Gesellschaft“. Der Eröffnungsabend ab 17:30 im Historischen Rathaus ist nach einer Anmeldung auf der Website kostenlos zugänglich, das ausführliche Tagungsprogramm, Anmeldungsmöglichkeit und weitere Informationen finden sich unter: www.gleichstellung-bayern.de. Anja Wirkner, eine von sieben Sprecherinnen der Landesarbeitsgemeinschaft der bayerischen Gleichstellungsstellen, wird die Fachtagung moderieren.