07.04.2020
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Landkreis Nürnberger Land

02/18/20

Unternehmen: Klimaneutralität ist machbar

Landrat Armin Kroder, Andreas Horneber von der IHK, Vicki Marx von mamalila, Michael Flunger von ClimatePartner und Frank Richartz von der Wirtschaftsförderung (v. l. n. r.) sind guten Mutes, was die Machbarkeit von Klimaneutralität von Unternehmen angeht. Foto: M. Schädlich

NÜRNBERGER LAND (lra) – Ganz im Zeichen des Klimaschutzes stand die jüngste Unternehmerveranstaltung der in der Kreisentwicklung angesiedelten Wirtschaftsförderung Nürnberger Land. Der Tenor: Es ist gar nicht so schwer, als Unternehmen Klimaneutralität zu erreichen.

 

Landrat Armin Kroder freute sich bei seiner Begrüßung in der Technischen Akademie Wuppertal e.V. über das Engagement der heimischen Unternehmen in Sachen Klimaschutz: Der Teilnehmerkreis über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg mache deutlich, wie ernst es der Wirtschaft mit dem nachhaltigen Handeln sei. Die Erwartungshaltung an Unternehmen hinsichtlich eines aktiven Engagements im Klimaschutz wird stetig größer, denn Gesetzgeber und Finanzmärkte, Wettbewerb und Konsumenten messen der Nachhaltigkeit und dem Klimaschutz immer mehr Bedeutung zu.

 

Grundsätzlich kann sich jedes Unternehmen in puncto Klimaneutralität optimieren. Je nach individuellen Voraussetzungen kann es diesen Prozess eigenständig oder mit professioneller Beratung in Angriff nehmen. Die Firma mamalila aus Altdorf wählte Begleitung für ihren Weg zur Klimaneutralität: Der Produzent von Umstands- und Tragejacken ließ sich vom Münchner Unternehmen ClimatePartner beraten, das an diesem Abend durch Michael Flunger vertreten wurde. Flunger stellte den Anwesenden die verschiedenen Schritte eines Unternehmens bis zur Klimaneutralität vor: Basis sei eine fundierte Datenerfassung, die in drei sogenannte Scopes eingeteilt wird. Scope 1 erfasst die Emissionen aus selbst erzeugter Energie und die des Fuhrparks, Scope 2 den eingekauften Strom und Scope 3 unter anderem Rohstoffe, Verpackungen, Logistik und Reisen. Entscheidend für den gesamten Prozess sei ein Dreiklang aus Vermeidung, Reduzierung und Kompensation, so Flunger.

 

Dass dieser Dreiklang in der Praxis wirklich funktioniert, bestätigt Vicki Marx, Gründerin und Geschäftsführerin von mamalila. Allein schon die Bewertung und Erfassung der Emissionen motivierte die gesamte Belegschaft, von sich aus Einsparpotentiale zu identifizieren. Das reduzierte die Emissionen bereits spürbar. Um die trotzdem weiterhin vorhandenen Emissionen zu kompensieren, engagiert sich mamalila nun bei einem Klimaschutzprojekt, das das Unternehmen sehr bedacht auswählte. Und Geschäftsführung und Belegschaft gingen sofort ein weiteres Problemfeld an: die große Menge an Folien zur Verpackung der hergestellten Produkte. Durch Gespräche mit Lieferanten, Belegschaft und Kunden konnte mamalila die Verwendung von Kunststoff deutlich reduzieren oder sogar vollständig darauf verzichten.

 

Den Abschlussvortrag hielt Andreas Horneber, der Umweltmanagementbeauftragte der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Er berichtete über eigene Aktivitäten und Angebote der Industrie- und Handwerkskammer, die nicht nur den Unternehmen beratend und unterstützend zur Seite stehen will, sondern sich durch die Teilnahme an dem geprüften Umweltmanagementsystem EMAS selbst beim Thema Klimaschutz engagiert. Die Nürnberger IHK sei bis dato die einzige in Deutschland, die sich an EMAS beteilige. Hornebers Devise: Nicht nur drüber reden, sondern selber machen.