01.12.2020
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Landkreis Nürnberger Land

Aktuelles

Klima- und Ressourcenschutz, Energiewende, digitaler Energienutzungsplan.

Mit rotem Faden Richtung Klimaschutz und Energieeffizienz. Den gesteckten Klimaschutzzielen des Landkreises Stück für Stück näherkommen

 

Als roter Faden auf dem Weg zu einer nachhaltigen regionalen und klimaschonenden Energieversorgung wurde im Jahr 2011 durch den Kreistag die Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Nürnberger Land beschlossen, erarbeitet und im Jahr 2012 fertiggestellt. Die Zielsetzungen des Klimaschutzkonzeptes weisen dabei (unter der Ausnutzung sämtlicher dargestellter Minderungspotentiale) eine mögliche Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes von rund 43 % bis zum Jahr 2030 aus. Dies entspricht einer Senkung des Pro-Kopf-Ausstoßes von rund 9,7 Tonnen Kohlendioxid pro Einwohner auf rund 5,5 Tonnen Kohlendioxid pro Einwohner.

 

Zur Umsetzung der gesteckten Ziele wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog für den Landkreis mit Hilfe der beteiligten Akteure vorgelegt. In den vergangenen Jahren wurden bereits zahlreiche klimaschutzwirksame Maßnahmen aus diesem Katalog realisiert. Selbstverständlich schreitet die Maßnahmenumsetzung konsequent und kontinuierlich weiter voran.

 

Doch wie haben sich letztlich die Energiedaten im Landkreis Nürnberger Land tatsächlich entwickelt? Sind die im Klimaschutzkonzept von 2012 gesteckten Ziele tendenziell erreichbar geworden? Sind bereits konkret messbare Verbesserungen und belastbare neue Daten landkreisweit vorhanden? Um dies umfassend beantworten zu können, hat der Landkreis jetzt eine Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes in Form eines digitalen Energienutzungsplans in Auftrag gegeben.

 

Hauptziel des digitalen Energienutzungsplans ist es, durch entsprechende Expertise zunächst die momentane Energiebedarfs- und Energieversorgungssituation zu erfassen. Darauf basierend erfolgt auch mittels neuester digitaler Methoden eine Berechnung der Potenziale zur Energieeinsparung und zum Ausbau Erneuerbarer Energien (z. B. Photovoltaik und Solarthermie). Folgeprojekte werden konkretisiert und der Maßnahmenkatalog von 2012 wird gemeinsam in und für alle Kreiskommunen weiterentwickelt. Dabei wird gleichzeitig auf die Erstellung eines lokal greifbaren und realistisch umsetzbaren Maßnahmenkataloges geachtet. Konkrete Handlungsoptionen für die lokale Energiewende, deren technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit und neutrale Entscheidungsgrundlagen für die Akteure vor Ort sind maßgeblich.

 

Anfang September 2020 wurde der Zuwendungsbescheid vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie für die Anfertigung des digitalen Energienutzungsplans mit einer Förderquote von 70 Prozent erteilt. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Landwirtschaft wurde am 14.09.2020 beschlossen die Studie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (IfE) anzufertigen. Begleitet wird dies von der Klimaschutzstelle des Landkreises sowie der unabhängigen Energie-Beratungs-Agentur des Landkreises Nürnberger Land (ENA).


Wohin mit dem Klärschlamm im Nürnberger Land?

Konzepte für die Entsorgung

 

Die Energie-Projektagentur Nürnberger Land hat gemeinsam mit dem IfE Institut ein Energiekonzept zur energetischen Klärschlammverwertung im Landkreis Nürnberger Land erstellt.

Das Projekt wurde im Rahmen des Programms „Energiekonzepte und kommunale Energienutzungspläne“ durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Im Zeitraum von Juli 2019 bis Juni 2020 wurden 4 unterschiedliche Szenarien mit verschiedensten Ausprägungen untersucht.

 

In Nürnberger Land gibt es 45 kommunale Kläranlagen der unterschiedlichen Größenklassen. Insgesamt fallen im Nürnberger Land ca. 100.000 Kubikmeter Nassschlamm (12 t entwässerter Klärschlamm bzw.3 t Trockenmasse) an. Die bisherige Entsorgung erfolgt über externe Dienstleister, die das Material in der Landwirtschaft ausbringen oder in eine Mitverbrennung bzw. Monoverbrennung liefern. Aufgrund der neuen Düngemittel- und Klärschlammverordnung, werden die bisherigen Entsorgungswege beschnitten. Vor allem die landwirtschaftliche Ausbringung wird entfallen. Dadurch ergeben sich deutlich steigende Marktpreise. Um die Entsorgungssicherheit (Preis, Mengen) sicherzustellen wurde die Studie in Auftrag gegeben.

 

Bisher werden schon 88 % des Klärschlamms im Nürnberger Land entwässert. Für die restlichen 12 % wurden Entwässerungscluster aufgezeigt, die in einem weiteren Schritt mit den Akteuren abgestimmt werden. Einen detaillierten Überblick bieten hierzu die Anlagensteckbriefe aus der Studie.

 

Für den weiteren Entsorgungsweg wurden im Projekt folgende Verwertungsszenarien für den Klärschlamm betrachtet:

1. Externe Verwertung des entwässerten Klärschlamms

2. Klärschlammtrocknung und anschließende thermische Verwertung

3. Errichtung einer Monoverbrennungsanlage

4. Alternative Varianten

 

Die Alternativen Varianten wie z.B. OXFA-Prozess, oder TCR Technologie befinden sich noch im Forschungsstadium bzw. Pilotstatus und können aktuell noch nicht skaliert werden. Daher wurden diese Varianten nicht weiterverfolgt.

 

Szenario 1 umfasst die externe Entsorgung des entwässerten Klärschlammes in einer Monoverbrennungsanlage. Aufgrund der guten Resultate zur Reduktion der Transportwege sollte die Klärschlammverwertung an der geplanten Monoverbrennungsanlage in Nürnberg näher geprüft werden. Insbesondere im Fall vorhandener Abwärmequellen kann dabei eine gute energetische Nutzung erzielt werden. Dabei soll vor allem getrockneter Klärschlamm an der Verwertungsanlage in Nürnberg angenommen werden. In den Varianten zu Szenario 2 wurden verschiedene Möglichkeiten der Trocknung des Klärschlammes aus dem Landkreis Nürnberger Land untersucht. Zunächst ist anzumerken, dass sich bereits eine privat betriebene Klärschlammtrocknungsanlage im Landkreis befindet, welche in Szenario 2.0 beschrieben wurde. Die Szenarien 2.1 und 2.2 stellen jeweils Möglichkeiten zur kommunalen Klärschlammtrocknung unter Nutzung bestehender Abwärme mit unterschiedlicher Anlagengröße dar. Innerhalb dieses Konzeptes ergaben sich keine geeigneten Standorte im Landkreis Nürnberger Land, an denen die Abwärmenutzung zur Klärschlammtrocknung empfohlen werden kann. Derartige Standorte befinden sich in benachbarten Landkreisen. Entsprechend wurde in Szenario 2.3 die Errichtung einer Klärschlammtrocknung im Landkreis mit zusätzlicher Wärmebereitstellung untersucht.

 

Die vollständige energetische Verwertung des Klärschlammes im Landkreis bzw. im Verbund mehrerer Landkreise wird in den Szenarien 3.1 und 3.2 beschrieben. Der Unterschied beider Anlagen liegt im Klärschlammdurchsatz. Damit einhergehend sinken mit steigender Anlagengröße die Betriebskosten und die spezifischen Investitionskosten. Variante 3.2, die thermische Klärschlammverwertung im Verbund mehrerer Landkreise, kann im Vergleich zu den übrigen Varianten die geringsten Entsorgungskosten vorweisen und ist zum aktuellen Stand die wirtschaftlichste Lösung. Allerdings konnte im Rahmen dieses Konzeptes kein geeigneter Standort ermittelt werden, weshalb die Betrachtungen anhand eines Beispielstandortes im Landkreis durchgeführt wurden. Eine der größten Hürden in Variante 3.2 ist der hohe organisatorische Aufwand und die hohe Investition in die Anlagentechnik. Für die in Szenario 3.1 betrachtete Monoverbrennungsanlage bestehen derzeit nur wenige Referenzanlagen in ähnlicher Größenordnung.

 

In Abbildung 1 sind die wesentlichen Ergebnisse zu den einzelnen Szenarien dargestellt.

Den Kommunen des Landkreises werden daher folgende Handlungsschritte empfohlen. Zunächst sollte in diesem und nächsten Jahr die dargestellte Entwässerungsstruktur durch interkommunale Entwässerungscluster gebildet werden. Des Weiteren können die Gemeinden des Landkreises Nürnberger Land, basierend auf den Erkenntnissen dieses interkommunalen Klärschlammkonzeptes, die weitere Umsetzung einer gemeinsamen Klärschlammverwertung in Form eines Ressourceneffizienz-Netzwerks fortführen. Im Rahmen dieses Netzwerkes kann sowohl die Umsetzung der Entwässerungscluster als auch der Klärschlammverwertung begleitet werden. Dabei kann die externe Verwertung des entwässerten Klärschlammes (Szenario 1) oder auch die langfristig gesicherte thermische Verwertung (Szenario 3.1 oder 3.2) konkretisiert werden. Parallel dazu sollten vor allem vorhandene Verwertungskonzepte in umliegenden Landkreisen oder Zweckverbänden geprüft werden. Dies bezieht sich insbesondere auf die Nutzung von Abwärme zur Klärschlammtrocknung, wie zum Beispiel an Biogasanlagen im Landkreis Neumarkt. Weitere Möglichkeiten zur Abwärmenutzung können sich in den derzeit laufenden Studien zur Klärschlammverwertung in den Landkreisen Roth und Forchheim ergeben.

 

Carsten Eckardt

Energie-Projektagentur

 

 

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Fortsetzung des "ENA-Aktionsprogramms“ auch 2020

Zuschüsse vom Landkreis für Vor-Ort-Energieberatungen und E-Kfz-Checks

Hausbesitzer wissen, die Wärmedämmung hat entscheidenden Einfluss auf den Energieverbrauch. Für die Raumwärme benötigen wir etwa 60 Prozent unseres Gesamtenergiebedarfs. Denn durch ungedämmte Dächer, Wände und Fenster entweichen in der kalten Jahreszeit jeweils ein Fünftel und mehr der Heizenergie. Bis zu 10 Prozent gehen durch eine ungedämmte Kellerdecke verloren. Und im Sommer dringt die Hitze von außen schneller ein. Beides können durch eine gute Dämmung erheblich vermindert werden. Wenn Wände, Dach und Kellerdecke bei einer Sanierung gut „eingepackt“ und die Fenster mit Wärmeschutzverglasung versehen werden, sind die Räume im Winter angenehm warm und im Sommer angenehm kühl. Und: Es ergeben sich für effizient und gut sanierte Wohngebäude erhebliche Wertsteigerungen - sowohl in Bezug auf den Verkehrswert, wie auch hinsichtlich des persönlichen Wohlfühlklimas und des Wohnkomforts. In kaum einem anderen Bereich lassen sich mehr Energie, Kohlendioxid und Kosten einsparen.

 

Für die Sanierung einer Wohnung oder eines kompletten Gebäudes spielt eine sorgfältige und durchdachte Planung eine wichtige Rolle. Deren Grundlage bilden zum einen die Bauherrnwünsche, zum anderen auch die Möglichkeiten, die das Objekt bietet. Und natürlich spielt das vorhandene Budget eine wichtige Rolle. Bevor die Planung beginnt, ist deshalb eine umfassende Beratung sinnvoll. Die bietet der erfahrene Architekt, aber auch Fachplaner und Fachberater wie zum Beispiel der Energieberater. Viele Hauseigentümer scheuen jedoch die mit einer Erstberatung verbundenen Kosten.

Hier setzt das neue „ENA-Aktionsprogramm“ des Landkreises an: Die unabhängige Energieberatungsagentur (ENA) bietet für eine Vor-Ort-Initialberatung einen Zuschuss in Höhe von 200 €. Die Gesamtkosten für die geförderte Vor-Ort-Initialberatung werden pauschal mit 350 € angesetzt. Abzüglich des Landkreisanteils verbleibt für den Auftraggeber somit ein Eigenanteil in Höhe von 150 €. Die umfassenderen BAFA-Vor-Ort-Beratungen (das sind durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle geförderte Beratungen) können alternativ ebenfalls mit einem Beitrag des Landkreises gekoppelt werden.

Antragsberechtigt sind alle Eigentümer von Wohnhäusern im Landkreis Nürnberger Land mit nicht mehr als zwei Wohneinheiten (Ein- und Zweifamilienhäuser) deren Bauantrag / Bauanzeige vor dem 31.12.1998 gestellt wurde. Zur Durchführung der Vor-Ort-Beratung sind alle zertifizierten Energieberater berechtigt. Die Beantragung muss vor der Erteilung des Auftrags bei der ENA erfolgen (Antragsprüfung).

 

Auch für Unternehmen bietet das ENA-Aktionsprogramm eine Förderung an: Betriebe, die nach geeigneten ökologischen Alternativen für ihren Fuhrpark suchen, können einen geförderten E-Mobilitäts-Check beantragen. Bei dieser Analyse wird der Einsatz von verschiedenen Elektrofahrzeugen und auch die dabei notwendige Ladeinfrastruktur überprüft. Die Kosten für den E-Kfz-Check werden zu 100 % durch den Landkreis getragen.

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