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04/03/19

Rußrindenkrankheit - Information zum Schutz der Bevölkerung

Die Rußrindenkrankheit zeichnet sich durch das Aufplatzen der Rinde aus, unter der die schwarzen Sporen des Baumpilzes zum Vorschein kommen. Sie können allergische Reaktionen auslösen, wenn sie eingeatmet werden. Foto: L. Straßer, LWF

NÜRNBERGER LAND (lra) – In Unterfranken ist an einigen Ahornbäumen die Rußrindenkrankheit aufgetreten. Die Sporen des Baumpilzes können allergische Reaktionen der Atemwege auslösen, wenn man sie einatmet. Wer einen erkrankten Ahorn sieht, sollte den Fall dem Eigentümer oder der Verwaltung melden, auf Abstand bleiben und beim Auftreten von Symptomen einen Arzt aufsuchen.

 

Der Pilz namens Cryptostroma corticale liebt die Wärme und kann den Bäumen vor allem in langen, heißen Sommern schaden, wenn sie zu wenig Wasser bekommen oder durch andere Stressoren geschwächt sind. Er wächst unter der Rinde als dunkles Geflecht und bildet dort teilweise zentimeterdicke Sporenbeläge aus, die wie Ruß aussehen – daher der Name „Rußrindenkrankheit“. Bei einem infizierten Baum welken die Blätter von oben nach unten und fallen ab, später reißt die Rinde längs auf und es tritt Schleim aus, schließlich platzt die Borke in großen Teilen ab und legt die schwarzen Sporen frei, die mit dem Regen abgewaschen und über den Wind verbreitet werden. Bei Menschen, die die Sporen einatmen, kann es sechs bis acht Stunden nach dem Kontakt zu Reizhusten, Fieber, Schüttelfrost und Atemnot kommen. Die Symptome halten mehrere Stunden, aber selten über Tage oder Wochen an. Grund ist, dass die Sporen eine vorübergehende Entzündung der Lungenbläschen hervorrufen können. Bei Beschwerden sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen und bei bekanntem Aufenthalt in der Nähe eines befallenen Baums auf den Pilz hinweisen. Die Hausärzte und Krankenhäuser im Landkreis Nürnberger Land wurden auf das Erkrankungsbild hingewiesen.

 

Der Pilz befällt derzeit hauptsächlich den Bergahorn, kann aber auch Spitz-, Silber- und Feldahorn infizieren. Noch gibt es keine bekannten wirksamen Gegenmaßnahmen, aber die Bestände in Mitteleuropa gelten laut der LWF, der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, nicht als grundsätzlich gefährdet. Zur Prävention eignen sich eine ausreichende Bewässerung und die Vermeidung von Stress für die Bäume. Ein erkrankter Ahorn sollte gemeldet werden: Fälle im Wald dem Forstamt in Hersbruck unter 09151/ 7270, Bäume außerhalb eines Waldes dem Sachgebiet 55 des Landratsamts, Landschaftspflege und Gartenbau, unter der Nummer 09123/ 9506531. Das Holz muss dann unter Schutzmaßnahmen gefällt und abgedeckt abtransportiert werden, um eine weitere Ausbreitung nicht zu begünstigen; als Brennholz kommt es nicht mehr infrage. Nach dem Ausnahmesommer 2018 sind die Bedingungen gut für den Pilz – er kann vermehrt auftreten. Seit dem Jahr 2003 gab es immer wieder lokale Funde in mehreren deutschen Bundesländern. Der Erreger stammt vermutlich aus Nordamerika und wurde 1945 erstmals unter dem Namen „sooty bark desease“ beschrieben.

 

gedruckt am  22.08.2019
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