30.03.2020
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Landkreis Nürnberger Land

12/20/19

Sexuelle Aufklärung: Theaterstück für Jugendliche

Jessica Schilling als Marlies und Ole Bosse als Jakob im Theaterstück „Hab mich lieb“ des ueTheaters Regensburg. Foto: ueTheater Regensburg

NÜRNBERGER LAND (lra) – Sexuell übertragbare Krankheiten – noch immer sind zu wenig Menschen ausreichend über dieses delikate Thema informiert. Im Rahmen einer Aufklärungskampagne für Jugendliche initiierte das Staatliche Gesundheitsamt am Landratsamt Lauf zwei Aufführungen eines Theaterstücks, das sich diesen und anderen Themen rund um Sexualität widmet.

 

Ein unschönes Beispiel: Die Anzahl der an Syphilis erkrankten Menschen in Bayern stieg in den letzten Jahren stetig an, laut Robert-Koch-Institut wurden 2008 636 Fälle gemeldet, 2018 waren es 935 Fälle. Eine unbehandelte Syphiliserkrankung kann schwere Organschäden zur Folge haben und das Gehirn angreifen. Viele Menschen mit einer sexuell übertragbaren Krankheit wissen gar nicht, dass sie krank und damit ansteckend sind, denn zwischen einer Infektion und einer Diagnose vergehen oft Jahre. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat deswegen heuer einen Schwerpunkt auf die Themen STI – Sexually Transmitted Infections, also sexuell übertragbare Krankheiten – und HIV, das Humane Immundefizienz Virus, gelegt: „In Bayern leben mehr als 11.700 Menschen mit dem HI-Virus, die Zahlen anderer sexuell übertragbarer Krankheiten steigen, deshalb soll die diesjährige Kampagne junge Menschen informieren und aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt, sich zu schützen“, so Staatsministerin Melanie Huml.

 

Das Staatliche Gesundheitsamt in Lauf, Abteilung Gesundheitsförderung, organisierte gemeinsam mit der Gesundheitsregion Plus im Rahmen dieser Kampagne mehrere Veranstaltungen, darunter ein mobiles Theater für Schulen. Die Gruppe ueTheater aus Regensburg zeigte ihr Stück “hab mich lieb” an der Kunigundenschule MS I und im Sonderpädagogischen Förderzentrum in Lauf vor circa 150 Jugendlichen. Das Stück ist ein Allrounder: Neben den Themen Verhütung, Safer Sex und sexuelle Selbstfindung spricht es auch die Themen Homophobie, Machogehabe und Frauenfeindlichkeit, Stalking und sexuellen Missbrauch an.

 

Das Theaterstück kam bei den Jugendlichen beider Schulen gut an: „Die Schülerinnen und Schüler waren selten so aufmerksam und konzentriert über einen Zeitraum von 90 Minuten”, stellte Michael Kirstein, Schulleiter der Kunigundenschule MS I, fest. „Die Themen gehen unter die Haut und lösen bei den Jugendlichen viel Betroffenheit aus, was man auch an der Diskussion und den Fragen im Nachgang bemerken konnte.” Im Anschluss an die Aufführung konnten die Jugendlichen beim Aktionsstand der Aidsberatung Nürnberg einen Kondomführerschein machen und dabei lernen, worauf zu achten ist.

„Die Veranstaltung soll an den Schulen einen Anstoß geben, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, sagt Christa Gertshauser vom Gesundheitsamt, die das Projekt mitorganisiert hat und sich mit dem Ergebnis zufrieden zeigt.