23.02.2019
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Landkreis Nürnberger Land

12/17/18

Häusliche Gewalt gibt es auch im Nürnberger Land

Von links nach rechts: Walter Häring (Einrichtungsleiter Carisma Inklusionsbetrieb), Hedwig Hacker (Vorsitzende des Vereins Frauen und Kinder in Not), Norbert Reh (stellvertretender Landrat), Anja Wirkner (Gleichstellungs- und Familienbeauftragte), Wolfgang Würker (Aufsichtsratsvorsitzender Caritas Nürnberger Land), Andrea Hopperdietzel (Leiterin des Frauenhauses Schwabach und der Interventionsstelle). Foto: Rolf List

NÜRNBERGER LAND (lra) – Anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen und Kindern“ holte die Gleichstellungsstelle in Kooperation mit der Caritas die Ausstellung „Blick dahinter – häusliche Gewalt gegen Frauen“ in den Landkreis. Diese war für zwei Wochen im Carisma Inklusionsbetrieb in Hersbruck zu sehen

 

Bei der Eröffnung begrüßten Wolfgang Würker, Aufsichtsratsvorsitzender der Caritas, und Wolfgang Häring, Einrichtungsleiter der Carisma, die Gäste und betonten, wie wichtig diese Ausstellung ist. Stellvertretender Landrat Norbert Reh hält Gewalt gegenüber Wehrlosen, vor allem gegen Frauen und Kinder, für das Widerwärtigste, was es gibt. „Gott sei Dank gibt es Hilfen – auch ehrenamtliche –, aber auch Frauenhäuser, Telefonnotrufe und manches mehr – wie die Ausstellung aufzeigt.

 

Eindrücklich berichteten die Leiterin des Frauenhauses und der Interventionsstelle, Andrea Hopperdietzel, und Hedwig Hacker, Vorsitzende des Vereins Frauen und Kinder in Not, im Interview mit Anja Wirkner, Gleichstellungs- und Familienbeauftragte, über ihre tägliche Arbeit.

Die Not der Betroffenen ist groß, von häuslicher Gewalt bis Morddrohungen und Frauenhandel wenden sich Frauen an den Notruf. Den Notruf gibt es bereits seit 25 Jahren; er ist rein ehrenamtlich organisiert. Auch im Frauenhaus Schwabach, das neben dem Landkreis Nürnberger Land auch für die Stadt Schwabach und die Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Roth zuständig ist, finden die Frauen mit ihren Kindern seit 1995 Unterschlupf, wenn sie vor der Gewalt fliehen. Die Finanzierung der Frauenhäuser bleibt weiterhin ein wichtiges Thema, zeigte Andrea Hopperdietzel auf. Auch wenn es finanzielle Unterstützung durch die drei Landkreise, die Stadt Schwabach und staatliche Zuschüsse gibt, fehlen Gelder zum Beispiel für ambulante Beratung, Nachbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit.

Wird es häusliche Gewalt in 100 Jahren noch geben? „Ich denke schon“, meint Hedwig Hacker, „aber wie die Welt dann ist, weiß ich nicht, denn ich lebe im Jetzt und Heute und bin da für die Anliegen der Frauen und Kinder“. Andrea Hopperdietzel fasst es so zusammen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

 

Unter den Gästen bei der Ausstellungseröffnung waren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirche, Wohlfahrtsverbänden und Beratungsstellen.