21.05.2019
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Landkreis Nürnberger Land

03/29/19

Ministerpräsident Söder ehrt Ehrenamtliche aus dem Nürnberger Land

Manfred Semann (1.v.l.) aus Feucht wurde für langjähriges Engagement im Posaunenchor geehrt, Erika Sichert und Maria Hummer (4.u.5.v.l.) für ihre Arbeit bei den Tafeln. Es begleiteten sie der stellvertretende Landrat Norbert Reh (2.v.l.), Bürgermeister Konrad Rupprecht (3.v.l.) aus Feucht und der Happurger Bürgermeister Bernd Bogner. Foto: Landratsamt

NÜRNBERGER LAND (lra) – Am 28. März verlieh Markus Söder das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten an drei langjährige Ehrenamtliche aus dem Nürnberger Land. Die geehrte Happurgerin Maria Hummer wünscht sich von der Politik, die Bürokratie herunterzuschrauben, die die ehrenamtliche Arbeit zunehmend erschwert.

 

Sie engagieren sich seit knapp zwei Dekaden freiwillig und unentgeltlich: Erika Sichert und Maria Hummer sind an den Tafeln Feucht und Hersbruck seit knapp zwanzig Jahren Ausgabestellenleiterinnen. Sichert ist seit Eröffnung der Tafel Feucht im Jahre 2000 in einer Holzbude dabei. Die Tafel in Hersbruck startete ebenso und hat mittlerweile ein Team aus 28 Helferinnen und Helfern, das von Hummer geleitet wird. Manfred Semann hatte 18 Jahre lang den Dirigentenstab des Posaunenchors Feucht inne und ist Initiator der beliebten „Serenade im Garten des Zeidlerschlosses“, die es seit 1983 gibt. In Deutschland gehen ungezählte Arbeitsstunden auf das Konto von Ehrenamtlichen: Laut dem Portal Statista gab es 2018 in der Bundesrepublik rund fünfzehn Millionen Personen, die in Vereinen, sozialen oder kulturellen Organisationen oder anderen gemeinnützigen Initiativen tätig waren. In Anbetracht dieser Zahlen ist es leicht vorstellbar, dass etliche Freizeitangebote oder soziale Leistungen aus dem öffentlichen Leben wegfielen, wenn es Menschen wie die drei Geehrten aus dem Nürnberger Land nicht gäbe. Dies ist auch der Politik bewusst: Söder verlieh die Ehrenzeichen persönlich bei einer Feier im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.

 

„Ich habe nichts von der Auszeichnung geahnt und mich sehr gefreut“, sagt Maria Hummer. „Aber man macht diese Arbeit nicht, um dafür geehrt zu werden, sondern um zu helfen. Mir geht es sehr gut, aber ich sehe jeden Tag die Probleme der Menschen, die zu uns kommen, und den großen Kontrast. Auf der einen Seite gibt es diese riesige Lebensmittelverschwendung und auf der anderen Menschen, die sich das Essen nicht leisten können, das weggeworfen wird.“ Sie hofft, dass die Auszeichnung ein Zeichen dafür ist, dass sich die Politik dieser Probleme bewusst ist und sich ihrer annimmt, und hat noch eine dringende Bitte an den Ministerpräsidenten: „Ich wünsche mir, dass die Bürokratie heruntergeschraubt wird. Wir achten sehr auf die Qualität des Essens, das wir verteilen, aber die immer strengeren Lebensmittelkontrollen, die uns auferlegt werden, machen uns die Arbeit zunehmend schwerer. Man kann uns doch nicht dieselben Standards auferlegen wie einem Gastronomiebetrieb, das geht am Sinn unserer Arbeit vorbei.“ Bei aller Freude über die Auszeichnung betont die Happurgerin mehrfach: „Ohne mein Team wäre ich nichts. Die Auszeichnung gebührt auch meinen Helfern – allein könnte ich diese Arbeit nicht ausführen.“

 

Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten wird seit 1994 als ehrende Anerkennung für langjährige hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit verliehen. Es erhalten Personen, die sich durch aktive Tätigkeit in Vereinen, Organisationen und sonstigen Gemeinschaften mit kulturellen, sportlichen, sozialen oder anderen gemeinnützigen Zielen hervorragende Verdienste erworben haben. Die Verdienste sollen vorrangig im örtlichen Bereich erbracht worden sein und in der Regel mindestens 15 Jahre umfassen.