21.05.2019
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Landkreis Nürnberger Land

04/30/19

Dank an „Feldgeschworenen-Chef“ Günther Hupfer für 30 Jahre treue Dienste

Brigitte Hallschmid und Rolf List dankten Günther Hupfer (Bildmitte) für seine mittlerweile 30-jährige Tätigkeit als erster Vorsitzender der Feldgeschworenen-Vereinigung Nürnberger Land; (Foto: Andrea Gramlich)

NÜRNBERGER LAND (LRA) – Der Oberriedener Günther Hupfer ist seit 30 Jahren der erste Vorsitzende der Feldgeschworenen-Vereinigung Nürnberger Land und damit eine echte Institution, denn sein Amt übt er seit Bestehen der Vereinigung aus. Brigitte Hallschmid, Leiterin des Sachgebietes Kommunalaufsicht am Landratsamt, und Rolf List, Persönlicher Referent des Landrats, bedankten sich bei dem 68-Jährigen im Namen des Landkreises mit einem Präsent für sein jahrzehntelanges Engagement.

 

Hupfer bekleidet mit seinen 357 Kollegen als Feldgeschworene, auch „Siebener“ genannt, eines der ältesten kommunalen Selbstverwaltungsämter und eines der ältesten Ehrenämter überhaupt. Sie wirken zusammen mit dem Vermessungsamt und den Gemeinden bei der Abmarkung von Grundstücken mit. Dazu gehören das Setzen und Entfernen von Grenzsteinen oder deren Erneuerung. Dabei ist durch das „Siebener-Geheimnis“ gewährleistet, dass die Grenzzeichen später nicht unbemerkt verändert werden können. Unter oder neben dem Grenzstein werden nämlich Steine, Glas oder Metall in einer nur dem Siebener-Kollegium bekannten Anordnung ausgelegt. An der Form und der Lage des Zeichens erkennt der Feldgeschworene dann, ob der Stein räumlich verändert wurde. Für die Tätigkeit der Siebener sind damals wie heute diplomatisches Geschick, Verschwiegenheit, gutes Urteilsvermögen und Charakterstärke notwendig, weil sie oftmals als Mediatoren vermitteln müssen.

 

Das „Feldgeschworenenwesen in Bayern“ wurde 2016 als lebendige und traditionsreiche Kulturform in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Feldgeschworenen, die in Thüringen vor einigen Jahren abgeschafft wurden und die es in anderen Bundesländern erst gar nicht gibt, genießen damit im Freistaat einen besonderen Schutz. Aber auch in Zeiten moderner elektronischer Messgeräte und satelittengestützter Vermessungstechnik ist die Beauftragung von Feldgeschworenen mehr als gelebtes Brauchtum. Für Grundstücksbesitzer kann sie gar finanzielle Vorteile haben, erhalten die Siebener im Gegensatz zu kommunalen Mitarbeitern doch nur eine kleine Aufwandsentschädigung.

 

Günther Hupfer weiß, dass er sich auf seine Kollegen verlassen kann, die Zusammenarbeit mache Spaß. Voller Stolz erzählt er von den Jahrtreffen, bei dem im Abstand von zwei Jahren alle Siebener des Nürnberger Landes zusammenkommen und welche traditionell mit einem Siebener-Mahl enden. Trotzdem mache er sich Sorgen um den Nachwuchs, da es in einigen Gemeinden immer schwieriger sei, neue Feldgeschworene zu finden. Wer Interesse an dem verantwortungsvollen Ehrenamt hat, kann sich daher gerne an seine Heimatgemeinde im Nürnberger Land beziehungsweise an Günther Hupfer unter der Telefonnummer 09187-902158 wenden.