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05/15/19

Ausstellung „Natur sucht Garten“ im Landratsamt

Landrat Armin Kroder sowie Claudia Uebler und Hans-Peter Renner von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege wollen blühende Gärten und Schmetterlingstummelplätze. Foto: R. List

NÜRNBERGER LAND (lra) – Spätestens seit dem Volksbegehren Artenvielfalt weiß jeder um den drastischen Insektenschwund in Deutschland und Europa. Was kann jeder Einzelne tun, um nicht nur die Bienen zu retten? Das Landratsamt Nürnberger Land bietet eine informative Ausstellung, kostenlose individuelle Beratung und Blumensaatmischungen für das heimische Schmetterlingsparadies.

 

Im Foyer des Landratsamts in der Waldluststraße 1 in Lauf an der Pegnitz zeigen Stellwände Beispiele für naturferne und – aus den Facettenaugen einer Hummel betrachtet – triste Gärten, aber auch Fotos farbenfroher Insektentummelplätze. Wer daraufhin Lust bekommt, im eigenen Garten etwas für die Natur zu tun, kann sich gleich ein kleines Säckchen mit einer Saatmischung für heimische Blumen mitnehmen, solange der Vorrat reicht. Die Ausstellung ist bis etwa Ende Mai zu besichtigen. Eine individuelle Beratung, wie man die Population der nützlichen Tierchen im eigenen Garten steigern kann, kann man via Mail an gartenbau@nuernberger-land.de oder telefonisch unter 09123/ 950 6532 vereinbaren.

 

Schätzungsweise zwei Millionen Hausgärten mit einer Fläche von ca. 135.000 Hektar gibt es nach statistischen Angaben in Bayern. Im Vergleich zu den 3,2 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche klingt das erst mal nach nicht viel. Aber: Der Wert der Gärten als wertvoller Lebensraum ist in Anbetracht des drohenden Artenschwundes an Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren nicht zu unterschätzen. Naturnah gestaltete Gärten bilden ein Netz von Klein-und Kleinstbiotopen, die das gesamte Land überziehen und Oasen für Bienen, Käfer, Schmetterlinge, Vögel und viele andere Tiere darstellen. Schon lange ist bekannt, dass die Artenvielfalt in Siedlungsbereichen wesentlich höher ist als im landwirtschaftlich genutzten Umfeld.

Natürlich können Gärten Naturschutzgebiete nicht ersetzen und es werden sich dort in der Regel keine Arten ansiedeln, die auf spezielle Lebensräume fixiert sind. Aber es geht inzwischen nicht mehr nur um das Besondere und Seltene – sondern ums große Ganze. Der erschreckende Rückgang der Fluginsekten von über 70 Prozent in den letzten 30 Jahren spricht eine deutliche Sprache. 70 Prozent weniger Insekten bedeuten letztendlich auch weniger Nahrung für Singvögel, Reptilien und Amphibien. Auch bei diesen Tierarten ist der Rückgang erheblich, was die Gesamtnahrungskette empfindlich stört.

 

Die gute Nachricht: Jeder Gartenbesitzer und jede Gartenbesitzerin kann etwas tun! Bei der Gestaltung der Gärten gibt es noch viel Luft nach oben. Statt Steinwüsten oder Zierrasenflächen brauchen die kleinen tierischen Nachbarn etwas höheres Gras, Blumen, Mauern mit wohnlichen Ritzen oder auch mal einen Stoß alter Äste. Die Kreisfachberatung für Gartenbau und Landschaftspflege am Landratsamt Nürnberger Land möchte den Gartenbesitzern im Landkreis deshalb in den nächsten Wochen immer wieder Tipps und Hinweise geben, wie sie ihre Gärten durch entsprechende Bewirtschaftung und Anreicherung mit Strukturen für Biene, Rotschwanz, Eidechse und Co attraktiver machen können. Die Tipps sind als Pressemitteilungen auf der Homepage und in den Zeitungen zu finden.

 

 

gedruckt am  21.05.2019
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