14.10.2019
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Landkreis Nürnberger Land

07/15/19

Gesundheit im Blick: Gesundheitsregion plus Nürnberger Land

Stellte ihre Ziele für die Gesundheitsregion plus im Landkreis Nürnberger Land vor: Geschäftsstellenleiterin Katharina Eichenmüller gemeinsam mit Landrat Armin Kroder; (Foto: Andrea Gramlich)

NÜRNBERGER LAND (LRA) – Eine bessere Vernetzung der Akteure des Gesundheitswesens vor Ort, die Entwicklung sowie Durchführung bedarfsgerechter lokaler Projekte und dadurch eine bessere gesundheitliche Chancengleichheit sowie höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität der Bürger des Landkreises Nürnberger Land – das ist das Ziel der Gesundheitsregion plus, die nun auch im Nürnberger Land eingerichtet wurde.

 

Geschäftsstellenleiterin Katharina Eichenmüller hat Ende Mai ihre Arbeit am Landratsamt aufgenommen. Die studierte 25-jährige Oberpfälzerin hat ihren Bachelorabschluss im Gesundheitsmanagement an der Hochschule Mittweida und ihren Master im Studiengang Prävention und Gesundheitsförderung an der Europa-Universität in Flensburg erworben. Eichenmüllers Aufgabe ist es, die Anbieter im Gesundheitswesen an einen Tisch zu bekommen, zu vernetzen und Projekte anzustoßen.

 

Im ersten Schritt wird nun eine Steuerungsgruppe gebildet, die die Vision sowie das weitere Vorgehen näher beleuchtet. Im zweiten Schritt steht eine Bedarfs- und Bedürfnisanalyse auf dem Programm. Dazu soll ein externes Institut mit der Erstellung eines medizinischen Strukturgutachtens beauftragt werden. In diesem Gutachten sollen Daten über die medizinische und Krankenhausversorgung, die Notfallversorgung und die Hilfs- und Rettungsfristen für die Sanitätsdienste erhoben werden. Des Weiteren werden in den nächsten Monaten verschiedenste regionale Akteure und Experten angesprochen, um sie über das Projekt zu informieren und als Mitglieder für die „Gesundheitsregion plus Nürnberger Land“ im Zusammenhang mit dem Gesundheitsforum und den Arbeitsgruppen zu gewinnen.

 

Landrat Armin Kroder unterstützt den eingeschlagenen Weg: „Uns als Landkreis ist es wichtig mit allen Beteiligten – das heißt mit Gesundheitsakteuren vor Ort sowie Bürgerinnen und Bürgern – zusammenzuarbeiten. Um die medizinische Versorgung vor allem im ländlichen Raum zu gewährleisten, sind neue Ideen notwendig. In der Gesundheitsregion plus können sie leichter entwickelt werden“.

 

Nach einem Beschluss des Kreistages vom 10. Dezember 2018 hatte der Landkreis Nürnberger Land einen Förderantrag für die Bildung einer „Gesundheitsregion plus Nürnberger Land“ beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gestellt. Am 27. März übergab die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml in Nürnberg den Zuwendungsbescheid sowie die Förderplakette an den stellvertretenden Landrat Norbert Reh, den Leiter des Gesundheitsamtes, Hanspeter Kubin, die Abteilungsleiterin für Jugend, Familie und Soziales, Catrin Grammel sowie an Medizinaloberrätin Dana Schreier. Der Landkreis wird nun bis Ende 2022 mit einem Finanzierungsanteil von 70 Prozent unterstützt, die anderen 30 Prozent bringt der Landkreis selbst auf.

 

Die Gesundheitsregion plus setzt sich aus den vier unterschiedlichen Gremien Gesundheitsforum, Arbeitsgruppen, Geschäftsstelle und Steuerungsgruppe zusammen. Das Gesundheitsforum ist das Kernstück des Projektes und dient als zentrales Management- und Steuerungssystem. Es stellt ein fachlich kompetentes Gremium dar, das aus den relevanten regionalen Gesundheitsakteuren und Vertretern der Kommunalpolitik besteht. Das Gesundheitsforum bearbeitet in ein- bis zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen die wesentlichen politikrelevanten Themen der Gesundheitsförderung und Prävention sowie der Gesundheitsversorgung. Für die Bearbeitung komplexer Problemlagen werden verschiedene Arbeitsgruppen eingesetzt, die aus regionalen Akteuren und Experten des jeweiligen Themenbereichs bestehen. Sie diskutieren konkrete Probleme und entwickeln daraus Lösungsvorschläge und regionale Projekte. Im Landkreis Nürnberger Land werden zunächst zwei Arbeitsgruppen gebildet: eine zur Bearbeitung des Handlungsfeldes Gesundheitsförderung und Prävention, bei der es um verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in allen Lebensbereichen sowie um die Jahresschwerpunktthemen des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege geht; die zweite Arbeitsgruppe im Handlungsfeld Gesundheitsversorgung beinhaltet sowohl die Behandlung als auch die Rehabilitation und Pflege. Die Geschäftsstelle vertritt die Gesundheitsregion plus nach außen. Sie stellt eine Anlaufstelle für alle Mitglieder und eine Koordinierungsstelle zwischen dem Gesundheitsforum und den Arbeitsgruppen dar und sichert den Kontakt zu anderen Netzwerken und landesweiten Gremien des Gesundheitswesens. Das Gremium Steuerungsgruppe berät und unterstützt die Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus.