20.08.2019
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Landkreis Nürnberger Land

07/26/19

Vorsorge und Hygiene in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen

NÜRNBERGER LAND (lra) – Mit dem Thema „Vorsorge und Hygiene in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen“ befasste sich die Kreisarbeitsgemeinschaft Multiresistente Erreger im Nürnberger Land auf ihrer 11. Netzwerksitzung im Juli.

 

Die Vorträge waren gespickt mit anschaulichen Beispielen und Beschreibungen von nicht immer ganz erfreulichen Gegebenheiten: „Winzig und hinterhältig. Sehr resistent und umweltstabil, aber äußerst unangenehm in den Folgen – Noroviren.“ Dr. Nikolaus Ackermann vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) beleuchtete sie in seinem Vortrag von allen Seiten – auch anhand anschaulicher Fälle. Schon zehn bis 100 Viruspartikelteilchen reichen aus, um sich anzustecken. Die Folgen sind mit 2 – 2 – 2 schnell geschildert: Zwei Tage dauert es von der Infektion bis zum Ausbruch des Brech-Durchfalls, zwei weitere Tage ist man krank (Ackermann: „Da nimmt man dann die Gebetsstellung vor der Toilette ein.“) und zwei Wochen lang wird das Virus ausgeschieden. Betroffen sind vor allem Säuglinge und Kinder bis zwei Jahren sowie ältere Menschen. Bei der Vorbeugung ist die Händedesinfektion das A und O. Gegebenenfalls müssen Patienten isoliert werden, ihre Wäsche ist als infektiös zu behandeln. Die Pflege erfolgt mit Handschuhen, Mund- und Nasenschutz sowie Schutzkittel. Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Noroviren läuft zwar gegenwärtig, gestaltet sich aber schwierig, weil die Viren sich ständig genetisch verändern.

 

Tipps zur Lebensmittelhygiene in sozialen und medizinischen Einrichtungen gab Matthias Greck vom Staatlichen Veterinäramt des Landratsamts Nürnberger Land. Der Lebensmittelüberwachungsbeamte schilderte anhand von einschlägigen Fotos und Anekdoten, wie wichtig Hygiene im Haushalt ist – gerade in Einrichtungen, in denen viele Menschen auf relativ engem Raum gemeinsam wohnen und miteinander Kontakt haben. Wichtig für Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime ist es, Reinigungspläne zu erstellen. Obwohl mittlerweile sehr viel dokumentiert wird, weiß oftmals niemand mehr, was da ständig unterschrieben wird. Dabei gilt es eben nicht nur zu dokumentieren, dass irgendwas gereinigt wurde, sondern zu wissen: was wird wann, wo, wie und womit, von wem gereinigt. Ein Beispiel hatte Greck parat: „Es nützt nichts, wenn Sie ständig desinfizieren. Dann haben Sie unter Umständen irgendwann auch desinfizierten Dreck, aber er ist halt immer noch da. Sie müssen ihn schon wegwischen, damit’s sauber wird“, erläuterte er. Zunehmend werden Rückstände von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln bei Kontrollen öfters entdeckt als ihm lieb ist. Nachspülen mit Trinkwasser ist erforderlich, um das zu vermeiden.

„Ein Reinigungsplan ist zu erstellen und den sich ständig ändernden Anforderungen anzupassen. Er soll „leben“ und gelebt werden“, rief der Lebensmittelüberwachungsbeamte dazu auf, sich gemeinsam für sichere und genüssliche Lebensmittel einzusetzen.

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kreisarbeitsgemeinschaft Multiresistente Erreger im Nürnberger Land auf ihrer 11. Netzwerksitzung im Juli im großen Sitzungssaal des Landratsamts. Foto: Rolf List