30.03.2020
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Landkreis Nürnberger Land

02/20/20

Landrat Armin Kroder auf der BIOFACH: Bio als Chance für die Region

NÜRNBERGER LAND (LRA) – Sie ist ein fester Termin im Kalender der globalen Öko-Branche: die BIOFACH, Weltleitmesse für ökologische Produkte auf dem Nürnberger Messegelände. Aus dem Nürnberger Land waren in diesem Jahr sechs Unternehmen als Aussteller vertreten. Landrat Armin Kroder, der Leiter der Kreisentwicklung Bernd Hölzel, Wirtschaftsförderer Frank Richartz und Klimamanagerin Verena Loibl besuchten die einheimischen Firmen zu einem Erfahrungsaustausch. Die wirtschaftliche Lage in der Bio-Branche wurde von allen als weiterhin äußerst positiv bewertet, teilweise wurden wieder neue Rekordmarken erzielt. Die hohe Qualität der Bio-Produkte in Verbindung mit einem ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Wirtschaften entlohnen die Kunden an den Ladenkassen.

 

Am Stand von Miko Kaffee, 1801 in Belgien gegründet und damit eine der ältesten Kaffeeröstereien der Welt, begrüßten Frank Schellenberger und Michael Schönweiß von der Niederlassung in Altdorf die Delegation des Landratsamtes. Der Betrieb hat sich Fairtrade auf die Fahne geschrieben und zahlt Kaffeebauern einen fairen Preis, so dass diese auch in Zukunft ihre Betriebe unterhalten können und sich ihre Lebensgrundlagen sukzessive verbessern. Seit fünfzehn Jahren unterhält Miko Kaffee eine einzigartige Partnerschaft mit World Land Trust, einem internationalen Naturschutzverband. Miko Kaffee gibt Geld vom Verkauf jeder einzelnen Packung Puro-Kaffee zurück zur Erhaltung des Lebensraums und seiner Artenvielfalt, aus dem er stammt. So werden mittlerweile bereits über 28.000 Hektar Regenwald in acht kaffeeproduzierenden Ländern durch Puro-Reservate geschützt.

 

Günter Kugler und Michaela Rosenberger von der gleichnamigen, auf Bio-Betriebe spezialisierten Personal- und Unternehmensberatung „Kugler & Rosenberger“ in Altdorf erzählten von ihren anfänglichen Bedenken, dass die Besucherzahlen aufgrund des Corona-Virus zurückgehen könnten. Etwas Zurückhaltung sei zwar zu spüren gewesen, aber ihre Stammkunden – mit achtzig Prozent ein großer Anteil – hätte ihnen auf jeden Fall die Treue gehalten. Der Firmeninhaber machte darauf aufmerksam, dass auch Unternehmen aus der Bio-Branche mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hätten, da sich die Einstellung von jungen Menschen zum Beruf aufgrund verschobener Prioritäten verändert habe. „Viele wollen nicht mehr so zeitintensiv arbeiten“, so Kugler. Daher unterstützt die Personal- und Unternehmensberatung mit Konzepten, um dem Nachwuchs- und Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

 

Mit einem erfrischend bunten und modernen Messestand präsentierte sich die Reichenschwander Curameo AG mit ihrer Marke Kloster Kitchen unter dem Motto „Geschmacksoffensive 2020“. Das Start-Up produziert erfolgreich Bio-Ingwer-Getränke auf Basis einer überlieferten Rezeptur aus der Klosterküche. Das Erfolgsrezept des Gründers Mario Fürst indes lautet: „Alles selber entwickeln unter Mithilfe von Experten“, so auch Maschinen und Prozesse, mit denen es gelungen ist, dass der Ingwer weder als Presssaft, Konzentrat oder Püree, sondern in echten Ingwerstückchen in die Flaschen kommt. „Ich bin überzeugt, dass die einzigartige Rezeptur mit den Ingwerstückchen der Grund ist, warum wir mit unserer Marke so erfolgreich sind“, so Fürst. Erfolgreich ist das junge Unternehmen in der Tat, denn die Kloster-Kitchen-Produkte werden mittlerweile und innerhalb kürzester Zeit in über 2.300 Verkaufspunkten, unter anderem bei Edeka, Rewe, Metro und Bio-Läden, gelistet oder über den eigenen Onlineshop verkauft. Mit ihrer Schüttel-Limo wurde die Marke kürzlich für den German Innovation Award 2020 nominiert.

 

Ein Messeneuling auf der BIOFACH war die Firma Jura-Tech aus Reichenschwand, einem Spezialisten für biologisch abbaubare Papier- und Folienverpackungen, laut Geschäftsführer Jürgen Müller gar Weltmarktführer in diesem Segment. Müller ist überzeugt, dass die derzeit noch gängige Kaffee-Aluminiumkapsel bald vom Markt verschwinden und vollständig durch biologisch abbaubare Verpackungslösungen ersetzt werden wird. Die Produktion seiner Folien erfolge ausschließlich im heimischen Reichenschwand, exportiert wird weltweit, sogar bis nach China. Auch Jürgen Müller berichtete vom Fachkräftemangel und dass es schwierig sei, Personal für seinen 4-Schicht-Betrieb zu finden.

 

Ebenfalls auf der Messe vertreten war Stocker’s Backstube aus Lauf, eine hundertprozentige Tochter der Hofpfisterei München als Spezialist für Öko-Bauernbrote aus Natursauerteig, die nach alter Tradition und ohne jegliche Zusätze gebacken werden. Stockers Backstube hat sich auf individuelle Backsorten, Klein- und Feinbackwaren spezialisiert. Von Lauf aus werden mehr als 160 Filialen mit ausgewählten Brotsorten beliefert, erzählte Jan Kirchmair nicht ohne Stolz.

 

Die Delegation des Landkreises zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Unternehmensportfolios und der Leistungsfähigkeit der heimischen Firmen, die vom Nürnberger Land aus in ganz Deutschland beziehungsweise in der ganzen Welt agieren.

Landrat Armin Kroder tauscht sich mit Miko-Geschäftsführer Frank Schellenberger aus (Foto: Andrea Gramlich)
Im Gespräch mit Michaela Rosenberger (l.) und Günter Kugler (2. v. r.) von der Personal- und Unternehmensberatung „Kugler & Rosenberger“ (Foto: Andrea Gramlich)
Kein Saftladen: Landrat Armin Kroder (3. v. r.) mit Mario Fürst, Gründer von Curameo und seiner Marke Kloster Kitchen (2. v. r.), sowie Wirtschaftsförderer Frank Richartz (1. v. r.), Bernd Hölzel, Leiter der Kreisentwicklung (4. v. r.) und Klimaschutzmanagerin Verena Loibl (Foto: Andrea Gramlich)
Jürgen Müller, Geschäftsführer bei Jura-Tech, demonstriert seine biologisch abbaubare Kaffeekapsel (Foto: Andrea Gramlich)
Ein Erlebnis für die Sinne: Die Öko-Bauernbrote von Stocker’s Backstube dufteten schon von weitem und auch die Geschmacksprobe überzeugte. (Foto: Andrea Gramlich)