25.11.2020
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Landkreis Nürnberger Land

08/17/20

Waffengesetz: Änderung ab 1. September

NÜRNBERGER LAND (lra) – Angesichts der schrecklichen Terroranschläge von Paris im Jahr 2015 wurde die EU-Feuerwaffenrichtlinie geändert. Die Vorgaben der Richtlinie sind von allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union in ihrem jeweiligen nationalen Waffenrecht umzusetzen. Darüber hinaus soll das nationale Waffenrecht weiterentwickelt werden – insbesondere um den Zugang von Extremisten zu Waffen soweit wie möglich zu verhindern. Folgend eine kurze Auflistung der wichtigen Änderungen – ein umfangreicheres Merkblatt des Bayerischen Innenministeriums findet sich hier: landkreis.nuernberger-land.de/index.php

 

Was ändert sich bei Salutwaffen?

Salutwaffen sind ehemals scharfe Schusswaffen, die so umgebaut wurden, dass sie nur noch Kartuschenmunition abfeuern, also nur noch „knallen“ können. Salutwaffen gehören künftig zu der Kategorie von Schusswaffen, der sie auch vor ihrem Umbau angehörten - die waffenrechtliche Einordnung ändert sich folglich nicht mehr durch einen Umbau: Erlaubnispflichtige Schusswaffen bleiben auch nach ihrem Umbau erlaubnispflichtig und verbotene Schusswaffen bleiben nach ihrem Umbau verboten.

 

Gibt es Ausnahmen oder Besitzstandsregelungen für die Salutwaffen?

Ausnahmen oder Besitzstandregelungen enthält das Gesetz nicht, jedoch Übergangsfristen:

Bei nunmehr erlaubnispflichtigen Salutwaffen ist bis spätestens 01. September 2021 eine Erlaubnis zu beantragen – was jedoch nur für einen winzigen Personenkreis eine Option darstellt; alternativ kann die Waffe einem Berechtigten, der zuständigen Waffenbehörde oder einer Polizeidienststelle überlassen werden. Nach dem 01. September 2021 ist der Besitz einer Salutwaffe strafbar!

 

Was ändert sich bei unbrauchbar gemachten Schusswaffen („Dekowaffen“)?

Unbrauchbar gemachte Schusswaffen, die zur Dekorationszwecken genutzt werden, müssen künftig gegenüber der zuständigen Waffenbehörde angezeigt werden, wenn sie überlassen, erworben oder vernichtet werden. Eine Erlaubnispflicht besteht nach wie vor nicht.

Wer also bereits Dekowaffen an der Wand hängen hat, muss nichts veranlassen – aber in dem Moment, wo diese beispielsweise an andere Personen abgegeben werden, ist die Waffenbehörde zu benachrichtigen.

 

Pfeilabschussgeräte

Durch das 3. WaffRÄndG sind Pfeilabschussgeräte nunmehr per Gesetz vom Waffengesetz erfasst. Im Unterschied zur Armbrust wird die Antriebsenergie bei einem Pfeilabschussgerät nicht durch Muskelkraft, sondern durch eine andere Energiequelle wie beispielsweise Druckluft oder Druckgas (z. B. Kohlensäuregas, Propan-/Butan-Mischungen) eingebracht und durch eine Sperrvorrichtung gespeichert oder gehalten. Pfeilabschussgeräte sind künftig den Schusswaffen gleichgestellt und unterliegen der Erlaubnispflicht. Damit ist ab dem 1. September der nicht genehmigte Besitz eines Pfeilabschussgerätes strafbar!

 

Ein umfangreiches Merkblatt für die Besitzer erlaubnispflichtiger Schusswaffen findet sich auf der Website des Landratsamtes Nürnberger Land unter

landkreis.nuernberger-land.de/index.php. Für weitere Informationen zum Waffenrecht steht Stephan Bezold zur Verfügung, erreichbar unter 09123/950-6297 oder via Mail unter ordnung@nuernberger-land.de. Wer nach den neuen Gesetzen Waffen oder Munition abgeben muss oder abgeben möchte, vereinbart bitte unter diesen Kontaktdaten einen Termin im Landratsamt.