20.09.2020
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Landkreis Nürnberger Land

09/10/20

PFC-Situation im Bereich des Birkensees

Symbolfoto: Landratsamt Nürnberger Land

NÜRNBERGER LAND (lra) – Die Corona-Krise hat auch die Informationskampagne des Landratsamts Nürnberger Land, des Wasserwirtschaftsamts, der Bayerischen Staatsforsten und der Kommunen im Bereich des Birkensees ausgebremst. Dennoch arbeiten die Behörden weiter an der Aufarbeitung der PFC-Thematik.

 

Um Erkenntnisse zu Eintragspfaden und Schwerpunkten der Belastung mit der Substanz PFOS in dem Naherholungsgebiet zu identifizieren, wird seit Ende März eine sogenannte Detailuntersuchung durchgeführt – beauftragt durch die Bayerischen Staatsforsten als Verpflichtetem. Aktuell laufen hierzu umfangreiche Probenahme- und Analysearbeiten des beauftragten Dienstleisters für Boden- und Grundwasserschutz. Um belastbare Erkenntnisse zu gewinnen, sind diese Arbeiten über einen längeren Zeitraum durchzuführen. Nach der sich anschließenden Phase der Datenauswertung kann ein Abschlussbericht zum Ende des ersten Quartals 2021 erwartet werden.

 

Neben dem Birkensee gibt es weitere, chemisch gesehen unterschiedliche Belastungen um den Röthenbach. Neben deren Erkundung und der Aufarbeitung der bestehenden Altlasten muss der Fokus auf dem Ersatz dieser Chemikalien in der Industrie, beziehungsweise dem Eintragsstopp in Gewässer liegen. Hier gilt es vor allem ein einheitliches Vorgehen bezüglich der Anwendung von Reinigungsanlagen zu erzielen. Allerdings liegt hier die Regelungskompetenz beim Bund, so dass man vor Ort zunächst auf die Kooperation der Anlagenbetreiber angewiesen ist, bis entsprechende verbindliche Regelungen greifen.

 

Aktuell ist die Trinkwassersituation bei allen Versorgern in diesem Bereich mit PFC-freiem Wasser gesichert. Um diesen Zustand zu erhalten, wird unter der Federführung der Stadtwerke Lauf ein Modell zur Visualisierung und Prognose des Schadstofftransportes dieser Stoffe im Grundwasser erarbeitet. Für die Erstellung des Grundwassermodells wird aufgrund des großen Datenumfangs ein Zeitraum von ungefähr zwei Jahren benötigt werden. Mit Hilfe des Grundwassermodells sollen Vorfeldmessstellen wirksam platziert und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen zur Abwehr frühzeitig ergriffen werden können. Hier ist eine kommunen- und behördenübergreifende Zusammenarbeit gefragt, um die Substanzen, die wegen ihrer Eigenschaften Teil des Alltagslebens geworden sind, im Auge zu behalten.