28.11.2020
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Landkreis Nürnberger Land

11/10/20

STADTRADELN-Stars 2020

Bild: Nürnberger Land.

NÜRNBERGER LAND (lra) – Das Nürnberger Land hatte im diesjährigen Aktionszeitraum zwei STADTRADELN-Stars, Georg Bogdahn und Matthias Röser aus Röthenbach und aus Lauf, die den Selbstversuch wagten, drei Wochen gänzlich ohne Auto auszukommen. Beide haben erfolgreich 21 Tage kein Auto von innen gesehen, Alltagsfahrten zumeist mit dem Fahrrad bewältigt und dabei Erfahrungen gesammelt, die auch nach der Aktion bleibende Wirkung haben. Wir haben die STADTRADELN-Stars nach ihren Eindrücken gefragt:

 

Sportliches Herangehen macht die Sache zu einem freudigen Erlebnis oder eher alltäglicher Kampf mit den Widrigkeiten? Wie haben Sie es bisher empfunden?

 

Georg Bogdahn: „Es gehört auf jeden Fall in die Kategorie der freudigen Erlebnisse. Ich bin erstaunt wie einfach es am Ende war, die drei Wochen nicht in ein Auto einzusteigen und trotzdem war ich regelmäßig in Erlangen und Nürnberg. Daher sind am Ende auch deutlich mehr Kilometer zusammengekommen als ich anfangs geschätzt hätte.“

Matthias Röser: „Da ich eh, bedingt durch mein Hobby, zumindest den Weg zur Arbeit entweder zu Fuß oder mit dem Rad zurücklege, hatte ich da keine Probleme. Besorgungen zu machen oder der Weg zum Hallenbad, wo ich oft das Auto benutzt habe, bringen einen doch kurz zum Überlegen, da man mit dem Rad mehr Zeit einplanen muss. Oder sich mal kurz zum Trailrunning mit Bekannten im oberen Pegnitztal zu treffen, stellt einen auch vor Probleme. Allerdings sind diese auch nicht unlösbar. Im Ganzen habe ich keine Beeinträchtigung meiner bisherigen Freiheit empfunden.“

 

Wenn es einen schwachen Moment bei Ihnen gab: Was war der Auslöser und wie haben Sie diesen gemeistert?

 

Georg Bogdahn: „Die größte Herausforderung war es meine Tochter am Wochenende um 7 Uhr früh nach Erlangen zu bringen. Dafür mussten wir über 1h vorher mit der S-Bahn losfahren. Im Nachhinein hat es sich aber als Vorteil rausgestellt. Im Zug habe ich mich gut mit meiner Tochter unterhalten. Zusätzlich konnte ich entspannt mit dem Rad zurückfahren, da ich ohnehin ein Tagesticket Plus lösen musste und daher das Rad kostenlos mitnehmen konnte. Zuhause wartete dann ein schönes Frühstück auf mich.“

Matthias Röser: „Naja bei Regen um 6:00 Uhr zur Arbeit zu laufen oder radeln, wenn es noch dunkel ist. Da überlegt man schon kurz, aber was soll’s geht auch. Wir wohnen zwar nicht direkt bei der S-Bahn, aber zum Trailrunning in die Fränkische könnte man auch den Zug nehmen.“

 

Wie geht es weiter, was nehmen Sie von der Erfahrung mit in Ihr weiteres Mobilitäts-verhalten?

 

Georg Bogdahn: „Eine positive Erfahrung war die Mitnahme von Fahrrädern in unserer Laufer S-Bahn. Es gab viele Stellplätze in der S-Bahn und die Räder konnte man einfach ebenerdig reinschieben. Außerdem will ich weiterhin versuchen, so viel wie möglich mit dem Rad zu fahren, u.a. auch zum Wocheneinkauf und zur Arbeit nach Erlangen. Für die Zukunft hoffe ich, dass man in Lauf auch irgendwann ein Lastenrad leihen kann. Damit könnte man dann auch ohne Probleme die großen und schweren Dinge einkaufen. Das Besorgen von Heuballen für die Hasen habe ich mich mit dem Kinderanhänger dann doch noch nicht getraut. In Nürnberg gibt aber schon Lastenräder mit 200kg Zuladung zu leihen. Vielleicht werde ich das mal ausprobieren.“

Matthias Röser: „Also ich werde weitestgehend weiter auf das Auto verzichten. Ich beschäftige mich eh schon länger mit einer umwelt- und ressourcenschonenderen Lebensweise. Meine Frau und ich haben schon im Vorfeld mit dem Gedanken gespielt, ein Auto abzuschaffen. Das werden wir nun auch tun, es wird auch so gehen.“

 

Ein durchweg positives Fazit lässt sich herauslesen. Die Aktion STADTRADELN hat hier ambitionierte Teilnehmer zu einem veränderten Mobilitätsverhalten angespornt – und damit ihr Ziel erreicht.