06.05.2021
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Landkreis Nürnberger Land

04/20/21

Das Jugendamt – Unterstützung, die ankommt

NÜRNBERGER LAND (lra) – Schon mal was von Koki, JaS und KJR gehört? Bestimmt! Denn sie gehören – neben vielen anderen – zu den Aufgaben des Jugendamts im Landkreis Nürnberger Land. Mit der deutschlandweiten Kampagne „Das Jugendamt – Unterstützung, die ankommt“ vom 20. April bis 20. Mai machen die Jugendämter auf sich und ihre Leistungen aufmerksam.

 

„Engagiert und professionell im Einsatz für Kinder, Jugendliche und ihre Familien – dieses Motto kann man mit Fug und Recht über das Engagement der insgesamt über 100 Mitarbeitenden des Jugendamts schreiben“, sagt Landrat Armin Kroder. „Die Aufgaben und Angebote unseres Jugendamts sind ein umfangreicher, bunter Blumenstrauß an Unterstützungsmöglichkeiten für Familien in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen. Die Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern werden dabei immer aktiv einbezogen, die Hilfestellungen auf die individuellen Lebensbedingungen abgestimmt“, unterstreicht der Landrat.

 

Wer möchte, kann schon vor der Geburt die Leistungen des Jugendamts – genau gesagt der Mitarbeiterinnen der Koordinationsstelle „Frühe Hilfen“ (KoKi) in Anspruch nehmen. Bis einschließlich des dritten Lebensjahres des Kindes bieten sie Beratungen an und vermitteln Familienhebammen und Gesundheits-Kinderkrankenschwestern. Durch eine intensive Vernetzung mit Einrichtungen sind die Mitarbeiterinnen der KoKi Lotsen, die die Familien entsprechend ihrer Bedarfe an die verschiedenen Stellen vermitteln und anbinden können.

 

Das Jugendamt berät und beurkundet ferner Vaterschaften und Sorgeerklärungen. Gleichzeitig bietet es Unterstützungsmöglichkeiten bei Unterhaltszahlungen in Bezug auf die Berechnung oder etwaige Vorschusszahlungen.

 

Über das Amt für Familie und Jugend laufen auch die finanziellen Förderungen für die Kindertagesstätten. Darüber hinaus ist die Fachaufsicht über die rund 150 Kindertagesstätten im Landkreis Nürnberger Land fester Bestandteil des Jugendamtes. Zu den Kindertagesstätten kommen weitere Angebote im Bereich der Kindertagespflegestellen mit engagierten und qualifizierten Tagespflegepersonen hinzu.

 

In insgesamt 23 Schulen im Nürnberger Land sind derzeit 29 Jugendsozialarbeiter/-innen an Schulen (JaS) eingesetzt. JaS ist die intensivste Form der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule. Sie soll sozial benachteiligte junge Menschen im Rahmen von Einzelfallhilfe bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und fördern. Kinder und Jugendliche können sich ohne Hürde im Schulalltag an die JaS Fachkräfte wenden. Ebenso können Eltern jederzeit Beratung erhalten.

 

Ergänzend nimmt das Amt für Familie und Jugend am Förderprogramm Familienbildung und Familienstützpunkte teil. Ziel des Programms ist, ein flächendeckendes und koordiniertes Bildungs- und Unterstützungsangebot für Familien zu schaffen, welches sich an dem Bedarf der Familien orientiert. Auf diese Weise sollen die kinder- und familienbezogenen Rahmenbedingungen vor Ort strukturell und nachhaltig verbessert werden.

 

Zu den Aufgaben des Kreisjugendrings (KJR) gehört es, durch Jugendarbeit und aktive Jugendpolitik positive Lebensbedingungen für alle Kinder und Jugendlichen zu fördern und weiter zu entwickeln. Es sind Angebote, die an die Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitgestaltet werden. So werden sie zur Selbstbestimmung befähigt und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement angeregt und angeleitet.

 

Damit die Angebote der Jugendhilfe auch den Bedarfen der Kinder, Jugendlichen und Familien entsprechen, entwickelt die Jugendhilfeplanung ein aufeinander abgestimmtes System von Jugendhilfeleistungen. Durch bedarfsgerechte Planung wird der Bestand an Einrichtungen und Diensten festgehalten und die Wünsche und Interessen der jungen Menschen und der Sorgeberechtigten berücksichtigt.

 

Der Fachbereich Vormundschaften bzw. Ergänzungspflegschaften ist ebenfalls im Amt für Familie und Jugend Nürnberger Land verankert. In diesem Bereich werden durch persönliche Kontaktpflege mit den Kindern und Jugendlichen deren Wünsche und Bedürfnisse sowie deren rechtliche Belange wahrgenommen.

 

Für Familien in Krisen oder bei konflikthaften familiären Entwicklungen umfasst das Angebot der Jugendhilfe einzelfallbezogene Unterstützungsmaßnahmen sowohl im ambulanten Bereich, beispielsweise eine sozialpädagogische Familienhilfe, als auch teilstationäre Hilfen wie der Besuch einer heilpädagogischen Tagesstätte. Hinzu kommen die Hilfen zur Erziehung für Familien, in denen die Kinder und Jugendlichen nicht mehr selbst betreut werden können. Diese können in stationärer Form in Pflegefamilien oder Einrichtungen der Jugendhilfe erfolgen. Zusammen mit der Familie suchen die Jugendamtsmitarbeiter/-innen nach der geeigneten Hilfeart.

 

Die Jugendgerichtshilfe ist ein weiterer Bestandteil des Jugendamtes. Sie ist prüft frühzeitig etwaige Unterstützungsmöglichkeiten und hilft Staatsanwaltschaft und Gericht eine Entscheidung zu treffen, die möglichst positiv auf die Entwicklung junger Menschen wirkt.

 

Das Jugendamt nimmt ferner die Aufgaben des Kinderschutzes wahr. Bei Wahrnehmungen von Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen sowie Fragen zum Kinderschutz kann sich jede Bürgerin und jeder Bürger unter der Nummer 09123 / 950-6950 an die Mitarbeiter/-innen des Jugendamtes wenden. Primäres Ziel ist, durch Hilfe und Unterstützung die Familien wieder zu befähigen, Kinder gesund in ihren Familien aufwachsen zu lassen.

 

Eltern, Kinder und Jugendlichen können sich jederzeit gerne mit ihren Fragen und Problemlagen an das Amt für Familie und Jugend unter 09123 / 950-6444 wenden. Vertraulichkeit und Transparenz sind in allen Beratungskontexten garantiert. Amanda Müller, die Leiterin des Jugendamts in Lauf, unterstreicht: „Die momentane Pandemie bedeutet für viele Familien eine große Herausforderung. Auch die Kinder und Jugendlichen sind von den Folgen betroffen. Geraden in dieser Zeit kann ein Unterstützungsangebot entlastend auf die gesamte Familie wirken.“

 

Die Führungskräfte des Jugendamts des Landkreises Nürnberger Land mit der Jugendamtsleiterin Amanda Müller (vierte von rechts) und Landrat Armin Kroder. Foto: Rolf List