28.07.2021
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Landkreis Nürnberger Land

Soja-Anbau im Nürnberger Land: Großes Interesse beim Feldabend

Feldversuch Soja-Anbau in Deckersberg
Foto: Franziska Distler

NÜRNBERGER LAND (lra) – Das Landratsamt hat für interessierte Landwirte in Kooperation mit der Öko-Modellregion einen Feldabend in Happurg-Deckersberg zum Thema Soja-Anbau angeboten. Das Interesse von Seiten der Landwirte aus der weiteren Umgebung war groß, der kollegiale Austausch kam nach den Fachvorträgen auch nicht zu kurz.

 

Soja ist die Feldfrucht mit den höchsten Zuwachsraten an Anbaufläche und die weltweit wichtigste Ölsaat. Als alte Nutzpflanze ist sie seit 3050 v. Chr. nicht aus der Agrarwirtschaft im asiatischen Raum wegzudenken. In Deutschland kam dem Soja-Anbau dagegen bisher kaum Bedeutung zu. Die Sojabohne genießt nicht nur in der Ernährung einen zunehmend hohen Stellenwert, sondern neuerdings auch in der Fruchtfolgeplanung der heimischen Landwirtschaft. Daraus entwickelt sich eine echte Chance für Landwirte in der Region, da die Sojabohne neue Wertschöpfungsmöglichkeiten für die Bauern im Zuge des Klimawandels eröffnet. Zum anderen ermöglicht der heimische Anbau eine zurückgehende Importabhängigkeit für Sojaprodukte. Dies liegt in der Region rund um Nürnberg nun umso näher, als im Nürnberger Hafen eine Ölmühle speziell für die Verarbeitung von biologisch angebautem Soja entstanden ist.

 

Die vielfältigen Vorzüge hat Landwirt Axel Lämmermann aus Happurg-Deckersberg bereits entdeckt und ist in den Soja-Anbau eingestiegen. Direkt am Feld mit Versuchsanbau von fünf verschiedenen Sorten berichtete er beim Feldabend über erste Erfahrungen mit Speise-Soja und Ölsoja und konnte wertvolle Tipps geben. Der vor den Augen der Teilnehmer liegende Acker zeigte offensichtlich den Erfolg durch bestens gediehene Pflanzen in vergleichsweise kurzer Zeit. Auch auf die Schwierigkeiten und Tücken im Umgang mit der neuen Feldfrucht ging Lämmermann ein. Die richtige Impfung mit Bakterienkulturen ist bestimmend für den Ertrag, die Wahl der Sorte, je nach Ansatzhöhe der untersten Bohne eine Frage der Feinabwägung, um nicht zu viel Ausschuss zu produzieren. Ergänzt wurde das Fachwissen durch Biolandberater Alexander Kögel.

 

Hans-Albrecht Müller, der das Projekt der Nürnberger Bio-Sojaölmühle vorstellte, betonte die Bedeutung der Absatzmöglichkeiten. Bevor der Landwirt eine neue Frucht anbaut, muss die Frage „Wie und wo komme ich an den Markt dafür heran?“, geklärt sein. Im Fall der Sojabohne ist dies für das Umland von Nürnberg beantwortet. Die Wertschöpfungskette ist regional ausgebaut und die Produkte finden zu lukrativen Preisen Absatz. Der Landwirt, der an der Bio-Sojamühle seine Feldfrüchte anliefert, kann bei Bedarf auch dort wieder das fertige Produkt als proteinreiches Futtermittel für seine Viehhaltung einkaufen.

Bei Interesse an den Aktivitäten der Öko-Modellregion allgemein oder im speziellen an Feldtagen für Landwirte wenden Sie sich bitte an Franziska Distler, Projektmanagerin Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Landkreis Roth.

oekomodellregion@stadt.nuernberg.de

Telefon 0911 231 106 24