22.09.2021
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Landkreis Nürnberger Land

08/09/21

Kreispolitik besucht Labor für PCR-Pooling-Tests im Laufer Krankenhaus

Vertreter*innen der Arbeitsgruppe Testen, der Kreispolitik und des Landratsamts beim Besuch im PCR-Pooling-Labor im Laufer Krankenhaus. Foto: Bitzigeio
Das Laborpersonal läuft sich warm für die vielen Tests, die nach Schulbeginn erwartet werden. Foto: Bitzigeio

NÜRNBERGER LAND (lra) – Landrat Armin Kroder und die Fraktionssprecher*innen des Kreistags besuchten am vergangenen Freitag das Labor, das für PCR-Pooling-Tests am Laufer Krankenhaus eingerichtet wurde. Die effizientere Testmethode soll besonders Schulen und Kitas vor Schließungen schützen, damit die Kinderbetreuung auch im kommenden Herbst sichergestellt ist.

 

PCR-Tests, also die Sichtbarmachung von Bestandteilen des Corona-Virus durch eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR - Polymerase-Chain-Reaction), treffen verlässlichere Aussagen als Schnelltests und schlagen in einem früheren Stadium der Infektion an. Sie geben also viel mehr Sicherheit, sind aber auch um einiges aufwendiger – wenn man einzelne Personen testet. Der Landkreis Nürnberger Land beziehungsweise die Arbeitsgemeinschaft Testen hat sich deswegen schon früh darum bemüht, im Landkreis Pooling-Tests durchführen zu können. Diese funktionieren so: Jedes Mitglied der Gruppe, die getestet werden soll, beispielsweise eine Schulklasse, nimmt je zwei Speichelproben von sich. Das kann durch einen Zungenabstrich mit dem sogenannten Lolli-Test, durch Gurgeln oder eine Mundspülung geschehen. Dann geben alle Kinder eine ihrer beiden Proben in den „Pool“, ein Gefäß, in dem alle Proben gemischt werden. Diese Mischung wird anschließend mit der Polymerase-Kettenreaktion auf ein Vorkommen des Corona-Virus untersucht. Ist die Mischung negativ, kann man sicher sein, dass kein Kind in der Gruppe mit dem Virus infiziert ist, und hat die aufwendigen Einzeltests gespart. Ist sie jedoch positiv, werden die Rückstellproben, von denen jedes Kind eine einbehalten hatte, einzeln untersucht, um das erkrankte Kind zu finden.

 

Die Allianz, die das Labor auf die Beine gestellt hat, das dieses Verfahren ermöglicht, ist bayernweit einzigartig. Nirgendwo sonst haben die Privatwirtschaft, die Behörden und das Gesundheitswesen so eng und effektiv zusammengearbeitet. IT-Unternehmer und Vorsitzender der IHK Lauf, Johannes Bisping, Apotheker Dr. Ralf Schabik, Allgemeinarzt Dr. Martin Seitz, Dr. Hanspeter Kubin vom Staatlichen Gesundheitsamt am Landratsamt, Dr. Thomas Grüneberg und Dr. Dane Wildner von der Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH, Markus Deyhle, Geschäftsführer des Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes, Joachim Schnabel vom Schulamt und Landrat Armin Kroder haben monatelang beharrlich auf allen Ebenen dafür gekämpft, erst an diversen Studien teilnehmen zu können, die die Funktionstüchtigkeit der Pooling-Tests belegt haben, und dann ein eigenes Labor dafür im Landkreis zu installieren. In dem Projekt stecken hunderte Stunden Arbeit, die die Beteiligten weit über ihre üblichen Aufgabenbereiche hinaus geleistet haben. Die Mitglieder der AG Testen sprachen sich untereinander bei dem Termin ihren Respekt aus: für Mails, die noch nach Mitternacht beantwortet wurden, für die ehrenamtliche Arbeit, für die Räumlichkeiten, die Infrastruktur und die Netzwerke, die jeder Einzelne nach Kräften einbrachte, um diese deutschlandweit seltene Teststrategie für die Bürger*innen des Landkreises nutzbar zu machen. Landrat Kroder dankte auch der Kreispolitik, vertreten durch Gabriele Drechsler von den Grünen, Andrea Lipka von der SPD und Thomas Ritter von der CSU, dafür, dass der Kreistag das Projekt von Anfang an bedingungslos unterstützt hat.

 

Allein in der letzten Juliwoche wurden 5000 Kinder zwei Mal mithilfe des PCR-Poolings getestet. Die Schulferien und die Sommerpause nutzen die AG Testen und das Laborpersonal, um die Kapazitäten hochzufahren. Im Herbst, wenn die Schule wieder beginnt, erhalten alle Institutionen, die Kinder betreuen, das Angebot, sich und ihre Schützlinge mittels PCR-Pooling-Tests vor Quarantänen, Schließungen und Erkrankungen zu schützen. Die AG Testen betont allerdings, dass jede Einrichtung bei der Organisation vor Ort viel selbst leisten, beispielsweise die Proben selbstständig durchführen, sammeln und zum Labor bringen muss, weil sie selbst dafür keine Kapazitäten schaffen kann. Denn das Projekt fußt auf dem freiwilligen und zu einem großen Teil unentgeltlichen Engagement der Mitglieder der AG, die dieses Angebot nur aufrechterhalten können, wenn alle, die profitieren möchten, auch selbst mitanpacken.