22.09.2021
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Landkreis Nürnberger Land

08/16/21

Elektrifizierung Franken-Sachsen-Magistrale: Bundesverkehrsminister Scheuer sagt bei Besuch im Landratsamt Unterstützung zu

Die EU-Parlamentarierin Marlene Mortler, der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Landrat Armin Kroder (v.r.n.l.) sprachen im Landratsamt über die Zukunft der Franken-Sachsen-Magistrale. Foto: Bitzigeio

NÜRNBERGER LAND (lra) – Der Landkreis kämpft schon seit vielen Jahren dafür, dass die Franken-Sachsen-Magistrale elektrifiziert und damit zukunftsfähig gemacht wird. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bekräftigte bei seinem Besuch im Landratsamt am Mittwoch, dass die Bundespolitik weiter hinter dem Projekt steht.

 

Die Franken-Sachsen-Magistrale ist eine Bahnstrecke, die Nürnberg mit Marktredwitz und Dresden, und im weiteren Verlauf Bayern mit Sachsen und Tschechien verbindet. Sie führt durch das Pegnitztal im Nürnberger Land. Neben dem Fernverkehr – die Strecke gilt als wichtiger Bestandteil des Transeuropäischen Netzes, das Skandinavien mit dem Mittelmeer verbindet – ist sie auch für den Personennahverkehr im Landkreis essenziell. Von der Elektrifizierung der Strecke, auf der aktuell noch veraltete Dieselloks fahren und auf der nach dem Umbau moderne strombetriebene Züge fahren könnten, hängt zum Beispiel die Zukunft der Schnaittachtalbahn ab. Landrat Armin Kroder bezeichnete die Modernisierung der Strecke deswegen als „das wichtigste Infrastrukturprojekt der letzten Jahrzehnte“.

 

Doch die Modernisierung verzögert sich seit langem und inzwischen sind viele Komplikationen hinzugekommen, die Baukosten sind in die Höhe geschnellt. Landrat Kroder, der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel und die EU-Parlamentarierin Marlene Mortler luden Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ins Landratsamt nach Lauf ein, um die Wichtigkeit der Strecke abermals deutlich zu machen und sich zu versichern, dass die Bundespolitik nach wie vor an ihrem Plan und ihrem Versprechen festhält, die Strecke zu modernisieren und ihr damit eine Zukunft zu geben.

 

Zum Besuch des Ministers kamen neben vielen Bürgermeister*innen aus den Gemeinden des Landkreises, die an der Strecke liegen, auch der Erste Bürgermeister der Stadt Roth, Ralph Edelhäußer, und der Oberbürgermeister aus Bayreuth, Thomas Ebersberger. Die Bahnanbindung der Festspielstadt ist ebenfalls von der Franken-Sachsen-Magistrale abhängig.

 

Landrat Kroder begrüßte alle Anwesenden, skizzierte kurz die Geschichte der Strecke und hob die Wichtigkeit der „Lebensader des Bahnverkehrs“ im Landkreis noch einmal hervor. Norbert Dünkel erinnerte an die Schuld gegenüber den Tschechen, die auf ihrer Seite wie vereinbart modernisiert haben und nun darauf warten, dass auf bayerischer Seite nachgezogen wird, damit ihre Elektrozüge bis Nürnberg durchfahren können. Marlene Mortler, die sich bereits seit Jahrzehnten für das Projekt einsetzt, berichtete, dass das EU-Parlament beschlossen habe, den Ausbau der transeuropäischen Netze mit höchster Priorität voranzutreiben, da der Ost-West-Verkehr ständig zunehme. Güterzüge auf der Franken-Sachsen-Magistrale würden die Straßen und die Umwelt entlang der Strecke erheblich entlasten. Bürgermeister Ebersberger schließlich übergab Minister Scheuer ein Gutachten: Ob die Strecke modernisiert wird, hängt auch davon ab, ob die Bundespolitik überzeugt ist, dass sich dies wirtschaftlich lohnt. Das übergebene Gutachten liefert Zahlen und Berechnungen, die den großen Nutzen der Strecke noch einmal unterstreichen.

 

Bundesminister Scheuer nahm das Papier dankend entgegen: „Ich bin überzeugt: Die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale ist von großer Bedeutung – für die Region genauso wie für die Verbindungen innerhalb Europas zu unseren tschechischen Nachbarn. Mit dieser Verbindung verlagern wir mehr Verkehr auf die klimafreundliche Schiene. Klar ist: Der Auftrag vom Deutschen Bundestag zur Umsetzung ist da. Jetzt gilt es noch, das Gutachten der Deutschen Bahn zur Wirtschaftlichkeit abzuwarten. Für mich ist es keine Frage mehr des Ob, sondern nur noch des Wie. Ich werde mich auch weiter für dieses wichtige Projekt stark machen.“

 

Wann in welchem Gremium entschieden wird, wann die Bauarbeiten wirklich losgehen können, blieb offen. Aber die volle Unterstützung des Projekts durch den Bundesverkehrsminister persönlich ist für Landrat Kroder, die Bürgermeister*innen und die Bahnfahrer*innen in der Region ein großer Gewinn.

 

Des Weiteren wurden auch der „Basistunnel“ Reichenschwand angesprochen und der LKW-Parkplatz, der in Eismannsberg geplant ist. Bei beiden Themen ist der Ausgang noch offen.