22.09.2021
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Landkreis Nürnberger Land

09/14/21

Zehn Jahre WinWin Freiwilligenzentrum - Verlosung zum runden Geburtstag

Das Team des WinWin Freiwilligenzentrums (v. l. n. r.): Kerstin Stocker, Frank Durta, Dr. Carina Fiebich-Dinkel und Stephanie Heißmann. Foto: LRA Nürnberger Land.

NÜRNBERGER LAND (lra) – Die Anlaufstelle für Engagement und Ehrenamt, das WinWin Freiwilligenzentrum, feiert seinen 10. Geburtstag. Seit dem 15. September 2011 hat es viel im Landkreis bewegt und sich zu einer festen Institution und einem kompetenten Ansprechpartner für Vereine, Initiativen, Sozialverbände und viele andere gemeinnützige Organisationen entwickelt. Anlässlich des Jubiläums verlost das WinWin Freiwilligenzentrum acht Heimatgutscheine an Ehrenamtliche und ihre Institutionen.

 

Am 15. September 2011 ging das WinWin Freiwilligenzentrum des Landkreises an den Start. Ausgestattet mit einer halben Personalstelle und einer EU-Förderung für dreieinhalb Jahre bezog Kerstin Stocker in der Außenstelle des Landratsamts, im Rathaus Hersbruck, ihr Büro. Zunächst war die Zukunft der Neugründung unklar: Brauchte das Nürnberger Land überhaupt ein Freiwilligenzentrum? Würden die Ehrenamtlichen es annehmen, würden seine Dienste nachgefragt werden?

 

Wie sich in den folgenden Jahren herausstellte: Ja. Denn auch das Ehrenamt unterliegt dem Wandel der Zeiten. Die Welt hat sich digitalisiert und ist zugleich bürokratischer und aufwändiger geworden. Vieles ist komplizierter geworden, vor allem für Menschen in verantwortungsvollen Schlüsselpositionen wie in Vorständen. Landrat Kroder, anfangs eher skeptischer Beobachter und Begleiter, ist inzwischen der festen Überzeugung, dass das WinWin Freiwilligenzentrum wertvolle Arbeit leistet. „Der Bedarf an Leistungen des Freiwilligenzentrums, wie Schulungen, die Vermittlung Interessierter an passende Ehrenämter oder zeitbezogene Projekte in der Flüchtlingshilfe oder während Corona, existiert eindeutig. Wenn der Landkreis durch das WinWin hier Hilfestellung bieten kann, tun wir das gerne“, sagt er.

 

Auch über das Nürnberger Land hinaus erarbeitete sich das WinWin Freiwilligenzentrum einen guten Ruf. Es holte zahlreiche Projekte und Fördergelder in den Landkreis, gewann Modellprojekte und Preise und erhielt zweifach das Qualitätssiegel des Bundesverbands der Freiwilligenagenturen. Leiterin Kerstin Stocker ist inzwischen auch eine gefragte Expertin des Landesdachverbands der Freiwilligenagenturen (lagfa-bayern e.V.), wo sie auch als Projektleiterin tätig ist, war vier Jahre in der Kommission Ehrenamt des Deutschen Alpenvereins aktiv und hatte eine Referentenrolle auf dem diesjährigen Bayerischen Ehrenamtskongress.

 

10 Jahre - 10 Meilensteine

1. Einführung der Bayerischen Ehrenamtskarte

Bereits 2012 führte das WinWin Freiwilligenzentrum die Bayerische Ehrenamtskarte im Landkreis ein. Diese gewährt umfangreich engagierten Ehrenamtlichen bayernweit attraktive Ermäßigungen im Handel, reduzierte Eintrittspreise in Freizeitparks, Museen und bei vielen kommunalen Einrichtungen wie Schwimmbädern und einiges mehr. Das Freiwilligenzentrum erweitert diese Leistungen regelmäßig um zahlreiche Verlosungen für Veranstaltungstickets im Nürnberger Land und umfassende Info-Newsletter für die Ehrenamtlichen. Mehr als 3.500 Menschen im Landkreis haben inzwischen eine Bayerische Ehrenamtskarte. Landrat Kroder hat seit 2012 jährlich rund 150 Ehrenamtliche zu acht Festabenden im Landkreis eingeladen, um ihr Engagement auch öffentlich wertzuschätzen.

 

2. Fortbildungsangebot für Ehrenamtliche

Das WinWin Freiwilligenzentrum bietet Ehrenamtlichen und deren Organisationen seit Jahren ein immer weiter ausgebautes Fortbildungsprogramm zu vielen Themen an, die für das Ehrenamt wichtig sind, in Präsenz und online. Allein im ersten Halbjahr 2021 nahmen über 250 Menschen an diesen Seminaren teil. Auch individuelle Beratungen von Vereinen und Ehrenamtlichen führt das Freiwilligenzentrum durch. Themen wie Rechtliches, Datenschutz, Konflikte, Vorstandsnachfolgen etc. stehen hier ganz oben. Die Seminare und Beratungen helfen den Aktiven, stets auf dem aktuellen Wissensstand zu bleiben, und erleichtern so ihre Arbeit.

 

3. Engagementbörse

Seit 2013 gibt es auf der Internetseite des WinWin Freiwilligenzentrums eine Engagementbörse. Hier können gemeinnützige Organisationen aus dem Landkreis Angebote einstellen und um Ehrenamtliche werben. Seit diesem Jahr können sie diese Angebote selbst einstellen und ihre Kontaktdaten veröffentlichen. So finden Freiwillige, die aktiv nach einer ehrenamtlichen Aufgabe suchen, schnell eine passende Organisation. Die Freiwilligen können sich auch selbst in der Börse registrieren und werden dann von WinWin je nach Wunsch beraten, bis sie eine Aufgabe gefunden haben. Auch in der Engagementvermittlung hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Vor allem jüngere Menschen orientieren sich im Internet auf der Suche nach einem Ehrenamt. Dieser Trend ist auch im Nürnberger Land deutlich zu spüren.

 

4. Ehrenamtsprojekte: Attraktives Ehrenamt im Sport, Teilhabe durch Engagement, Sprachlernprojekte, Mieterführerschein, Soziale Radwerkstätten, Wohnberatung

Das WinWin Freiwilligenzentrum hat zahlreiche Fördergelder, die mit Projekten verbunden waren, in den Landkreis geholt. Den Anfang machte das Projekt „Attraktives Ehrenamt im Sport“ mit dem Deutschen Olympischen Sportbund, das Vereinen zu einem Organisationshandbuch, besserer Aufgabenverteilung und zeitgemäßer Struktur verhalf. Mehrere zumeist vom Bayerischen Sozialministerium geförderte Projekte wie der Sprachtreff des Ökumenischen Vereins für Flüchtlinge, Asyl und Migration e.V. im KOMM in Hersbruck, der Sprachtreff in Altdorf in Kooperation mit dem Unterstützerkreis für Asylsuchende in Altdorf sowie die beiden sozialen Fahrradreparaturwerkstätten in Lauf bei SCHLAU e.V. und das Soziale Radhaus der Diakonie in Hersbruck folgten. Der Mietführerschein, dieses Jahr wieder neu aufgenommen, soll Menschen helfen, Wohnraum zu finden. Im Frühsommer ging das Projekt NachhilFEE landkreisweit an den Start, im Herbst läuft die von Ehrenamtlichen durchgeführte Wohnberatung des Landkreises an. Bei beidem ist das WinWin Freiwilligenzentrum Projektpartner.

 

5. Flüchtlingshilfe und Integrationslots*innen

Seit 2015 kümmert sich das Freiwilligenzentrum schwerpunktmäßig auch um Ehrenamtliche, die im Umfeld Asyl, Flucht und Integration tätig sind. In diesem Rahmen möchte man auch Menschen mit Migrationshintergrund ermöglichen, ein ehrenamtliches Engagement anzunehmen, auch um ihnen hier eine niedrigschwellige Integrationsmöglichkeit zu bieten. Damit diese nicht ganz einfache Aufgabe gelingt, sind zwei Integrationslots*innen im WinWin Freiwilligenzentrum mit je einer halben Stelle tätig. Gefördert vom Bayerischen Innenministerium ist es ihre Aufgabe, dieses Thema mit eigenen Projekten voranzubringen. Menschen mit Fluchthintergrund sind als Zielgruppe oft nur schwer zu erreichen, meist sind ehrenamtliche Strukturen die einzige Zugangsmöglichkeit. Diese zu fördern steht im Fokus der Integrationslots*innen.

 

6. Treff der Digitalen Nachbarschaft

2019 schloss WinWin einen Kooperationsvertrag mit der Digitalen Nachbarschaft in Berlin. Das Nürnberger Land wurde einer von 50 bundesweiten Standorten. Seitdem finden im Landkreis jährlich mindestens drei niedrigschwellige Workshops für Ehrenamtliche zum Thema „Digitalisierung und Ehrenamt“ statt, die der Landkreis kostenfrei anbieten kann. Die Themen sind zahlreich und umfassen beispielsweise die Webpräsenz der Vereine mit Homepage und Sozialen Medien, Sichere Mitgliederverwaltung, Plattformen der Onlinezusammenarbeit oder Online-Aktionen zu Spenden und Fundraising. Der Nutzen dieser Kooperation zeigte sich gerade zu Pandemiezeiten, denn viele Ehrenamtliche hatten schon Seminare über Digitalisierung besucht und waren entsprechend gut aufgestellt, als sich auch das Ehrenamt online organisieren musste.

 

7. Schnelle Hilfe: Ehrenamtliche Flüchtlings- und Coronahilfe

Aus den Jahren der Flüchtlingskrise hat das WinWin Freiwilligenzentrum viel über die Koordination von schnellen ehrenamtlichen Hilfen gelernt. Damals brachten sich viele ehrenamtliche Helfer*innen außerhalb der üblichen Strukturen wie Vereinen und Institutionen ein. Diese Hilfen zu koordinieren und zu begleiten war anfangs nicht einfach.

Im ersten Pandemiejahr 2020 das WinWin Freiwilligenzentrum besser vorbereitet, es half mit der Einrichtung der Corona-Freiwilligendatenbank im Landkreis, hilfsbereite Bürger*innen und Menschen mit entsprechenden Bedarfen zusammenzubringen. In kürzester Zeit meldeten sich über 230 Personen aus dem ganzen Landkreis, die bereit waren, ehrenamtlich schnelle Hilfen anzubieten. Über 50 Einsätze wurden vermittelt, von der Einkaufshilfe zu Fahrdiensten, von Hofgymnastik bis zur telefonischen Betreuung Einsamer. All dies geschah stets in enger und guter Absprache mit den haupt- und ehrenamtlichen Strukturen in den Kommunen.

 

8. Die Vereinsdatenbank

Seit 2020 gibt es eine landkreisweite Vereinsdatenbank auf der Webseite des Freiwilligenzentrums. Mit tatkräftiger Hilfe der Kommunen des Landkreises werden dort inzwischen rund 175 Vereine abgebildet. Diese können nun von interessierten Bürgerinnen und Bürgern schnell gefunden werden. Die Veröffentlichung von Kontaktdaten ermöglicht es den Vereinen, sich bei Bedarf auch untereinander unkompliziert zu vernetzen. Und das Freiwilligenzentrum kann sie ganz gezielt mit wichtigen Informationen versorgen, beispielsweise zu themenbezogenen Förderungen und Wettbewerben.

 

9. Modellprojekt „Lokales Zentrum für Freiwilligenmanagement“

Für das Jahr 2021 erhielt das WinWin Freiwilligenzentrum den Zuschlag für das Modellprojekt „Zentrum für lokales Freiwilligenmanagement“ und eine Förderung in Höhe von knapp 30.000 Euro über das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. In diesem Rahmen erarbeitet sich das WinWin Freiwilligenzentrum eine Social-Media-Strategie und setzt sie um, um noch mehr Menschen mit seinem Angebot zu erreichen. Seit Juli ist das Freiwilligenzentrum daher nun auch auf Facebook vertreten. Das hilft, neue Zielgruppen zu entdecken und in kleinen Portionen über Angebote zu informieren. Weiterhin sollen im Lauf des Jahres die Themen „Digitalisierung im Ehrenamt“, „Kontaktknüpfen mit der Wirtschaft“ sowie „Frauen im Vereinsvorstand“ vorangebracht werden.

 

10. Qualitätssiegel der bagfa

Zwei Mal wurde das WinWin Freiwilligenzentrum mit dem Qualitätssiegel der bagfa, dem bundesweiten Dach- und Fachverband der Freiwilligenagenturen, ausgezeichnet. Zwei unabhängige Gutachter*innen stuften das WinWin als „ausgezeichnet“ ein. Das Siegel belegt die gute Arbeit als lokale Anlauf-, Beratungs- und Vernetzungsstelle für bürgerschaftliches Engagement und wird jeweils für drei Jahre, aktuell bis 2023, verliehen.

 

Verlosung anlässlich des 10. Geburtstags

Große Geburtstagsfeiern zu geben ist ja gerade eher schwierig. Deswegen freut sich das Team des WinWin Freiwilligenzentrums, Kerstin Stocker, Stephanie Heißmann, Frank Durta und Dr. Carina Fiebich-Dinkel, über Geburtstagswünsche aus der Ehrenamtslandschaft des Landkreises. „Wir möchten all unsere Partnerinnen und Partner und vor allem die Ehrenamtlichen aus Vereinen, Verbänden und Initiativen aus dem Landkreis aufrufen, uns eine Glückwunschkarte zum Geburtstag zu schicken und uns darin schreiben, welches unserer Angebote sie besonders schätzen“, erklärt Stocker. Unter allen Einsendungen verlost das WinWin Freiwilligenzentrum

- fünf Heimatgutscheine im Wert von 100 Euro,

- zwei Heimatgutscheine im Wert von 250 €,

- und als Hauptgewinn einen Heimatgutschein im Wert von 500 €

für die gemeinnützige Organisation des Absenders oder der Absenderin.

 

Wer mitmachen möchte, schicke die Karte per Post an das WinWin Freiwilligenzentrum, Kennwort Glückwunsch, Unterer Markt 1, 91217 Hersbruck. Alle Absender*innen müssen ihre komplette Anschrift mit Namen, Funktion und der Organisation, für die sie ehrenamtlich tätig sind, angeben. Der Gewinn soll dieser Initiative oder diesem Verein zukommen. „Wir freuen uns, wenn Sie damit beispielsweise Anerkennungsgeschenke oder eine Dankesveranstaltung für Ihre Ehrenamtlichen realisieren oder das Geld in eines Ihrer Projekte investieren“, sagt Leiterin Kerstin Stocker.

 

Wer eine Postkarte einsendet, erklärt sich einverstanden, dass das WinWin Freiwilligenzentrum den Namen und die Organisation des Gewinners oder der Gewinnerin, nicht aber deren Anschrift, auf der Website des Landratsamtes, in der Zeitung und auf Facebook veröffentlicht. Einsendeschluss ist der 25. September 2021.

 

Bei Rückfragen oder für gesungene Ständchen steht das WinWin Freiwilligenzentrum selbstverständlich gern zur Verfügung, unter der Telefonnummer 09123 950 6888 oder per Mail an zusammenhalt@nuernbergerland.de. Weitere Informationen über das WinWin Freiwilligenzentrum finden sich unter landkreis.nuernberger-land.de/index.php.