27.11.2021
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Landkreis Nürnberger Land

Ausschuss für Gesundheit und Soziales befürwortet Stundenerhöhung für die Interventionsstelle am Frauenhaus Schwabach

Symbolfoto: Landratsamt Nürnberger Land
Symbolfoto: Landratsamt Nürnberger Land

NÜRNBERGER LAND (lra) – Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales befürwortet eine Stundenerhöhung für die Interventionsstelle am Frauenhaus Schwabach und empfiehlt dem Kreisausschuss die Mittel dafür in den kommenden Haushalten einzustellen. Diesen Beschluss fasste der Ausschuss einstimmig in seiner Sitzung im Oktober.

 

Andrea Hopperdietzel, Leiterin des Anna-Wolf-Frauenhauses in Schwabach, hatte den Ausschussmitgliedern über die Arbeit der Interventionsstelle, die auch für den Landkreis Nürnberger Land zuständig ist, berichtet: Die pro-aktive Beratung bietet ein niederschwelliges, psychosoziales Angebot für Frauen bei einem polizeilichen Einsatz bei häuslicher Gewalt sowie bei Stalking durch den früheren Partner. Die Einsatzbeamten informieren die betroffene Frau über die Beratungsmöglichkeit und übermitteln – wenn die Frau einverstanden ist – die Kontaktdaten an die Interventionsstelle. Die Beraterinnen nehmen innerhalb von drei Werktagen Kontakt zu der Betroffenen auf. Sie unterstützen Frauen auf dem Weg zu einem gewaltfreien und selbst bestimmten Leben. Die Beratung erfolgt vertraulich und kostenlos. Dabei übernimmt die Interventionsstelle eine Lotsenfunktion zwischen den kurzfristigen Hilfen durch die Polizei und den langfristigen Hilfs- und Beratungsangeboten weiterer Organisationen wie Frauenhäusern, Familiengerichten oder medizinischen, psychologischen und pädagogischen Beratungsstellen. So erhalten mehr von Gewalt betroffene Frauen frühzeitige Hilfe und ein Frauenhausaufenthalt kann meist vermieden werden.

 

Die Beratungsstelle am Frauenhaus Schwabach war mindestens in den letzten beiden Jahren die am stärksten nachgefragte Interventionsstelle in Bayern. Im Jahr 2020 erreichten sie 195 Faxe, 73 davon (38 Prozent) aus dem Landkreis Nürnberger Land. Das Bayerische Sozialministerium befürwortete daher eine Aufstockung der förderfähigen Wochenstundenzahl um zwölf Stunden (auf insgesamt 34) und sagte eine Förderung durch den Freistaat Bayern zu. Für den Landkreis Nürnberger Land bedeutet das für 2021 Mehrausgaben von 1.132 Euro und fürs nächste Jahr von 5.151 Euro.