27.11.2021
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Landkreis Nürnberger Land

11/12/21

WinWin: Vortrag über Integration geflüchteter Menschen im ländlichen Raum

Dr. Stefan Kordel erklärt eine Grafik zum Thema Mobilität: Erreichbarkeit von wichtigen Orten im ländlichen Raum und die Dauer bei Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel.
Bild: C. Fiebich-Dinkel

NÜRNBERGER LAND (lra) – Seit 2015 erleben wir im Nürnberger Land verstärkt den Zuzug geflüchteter Menschen. Für viele wird das Nürnberger Land zur neuen Heimat. Aber wie gelingt Integration im ländlichen Raum? Wie kann soziale Teilhabe ermöglicht werden? Viele Anforderungen, die speziell der ländliche Raum stellt, sind für Geflüchtete schwieriger zu erfüllen. Stichwort Alltagsmobilität und soziale Teilhabe.

 

Diese Fragen diskutierten am 09.November Ehrenamtliche aus dem Bereich Asyl, Flucht, Integration aus dem Nürnberger Land mit Dr. Stefan Kordel, Humangeograph an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Bei der online stattfindenden Veranstaltung, zu der Landrats Armin Kroder über das WinWin Freiwilligenzentrum eingeladen hatte, waren auch Vertreter relevanter Ämter, der Flüchtlings-und Integrationsberatung sowie die Integrationslotsen aus dem Nürnberger Land, die die Veranstaltung organisiert hatten, unter den Diskutierenden.

Dr. Stefan Kordel berichtete über Forschungsergebnisse aus anderen ländlichen Räumen und bot damit einen Anstoß für einen angeregten Austausch zwischen den Ehrenamtlichen und den Fachstellen des Nürnberger Lands. Viele strukturelle Probleme, die er anhand seiner Forschungsergebnisse aufzeigen konnte, sind auch im Nürnberger Land gegenwärtig. Das Fehlen eines eigenen PKW erschwert es vielen Geflüchteten, sich im Landkreis fortzubewegen. Das Spannungsfeld zwischen Unterstützung und Eigenständigkeit ist dabei nicht immer einfach aufzulösen. Auch wenn nicht alle Probleme auf diese Weise gelöst werden können, sei es doch ein großer Gewinn an sozialer Teilhabe, wenn eine gewisse „Demigrantisierung“ stattfinde, so Dr. Kordel. Wenn also Angebote wie zum Beispiel der in Planung befindliche Mietführerschein sich nicht allein an Geflüchtete richten, sondern die gesamte Gesellschaft ansprechen und somit wahre Teilhabe ermöglichen.

Für die Zukunft geflüchteter Menschen ist es wichtig, sich eigenständig und selbstbestimmt in der Gesellschaft zurechtzufinden und ihre Belange einbringen zu können, so das Fazit von Dr. Kordel, dem die anwesenden Ehrenamtlichen und Landrat Armin Kroder vollends zustimmen konnten.

Die Integrationslotsen sowie diese Veranstaltung werden gefördert durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration.