23.05.2022
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Landkreis Nürnberger Land

04/14/22

Die Natur im Garten: Tipps für naturfreundliche Gartengestaltung

Wer seinen Rasen nicht zu kurz mäht oder sogar Blühinseln stehen lässt, tut der Natur einen großen Gefallen. Foto: C. Uebler

NÜRNBERGER LAND (lra) – Die Natur hat mit einem drastischen Rückgang von Insekten, heimischen Vögeln und Säugetieren zu kämpfen, das Resultat von immer weniger Nahrungsangeboten und Lebensräumen. Die Kreisfachberatung Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Nürnberger Land gibt Tipps, was man im eigenen Garten dagegen tun kann.

 

Weniger Bienen und Co. durch fehlende Blütennahrung, Bestandseinbrüche bei Vögeln und Säugetieren durch wegfallenden Lebensraum, zunehmende Trockenheit, der Trend zu Schottergärten – auf diese Themen sind Garten- und Naturinteressierte sicher schon aufmerksam geworden. Viele wählen ihre Pflanzen inzwischen nicht mehr nur nach optischen Gesichtspunkten aus, sondern achten darauf, dass sie Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten Nahrung bieten. Gefüllte Blüten erfreuen zwar das Auge, bieten Insekten aber keine Nahrungsgrundlage. Doch was kann abseits einer im Bestfall heimischen Pflanzenauswahl, die über das ganze Jahr sowohl das Auge als auch die Fauna begeistert, noch getan werden, um der Natur Rückzugsraum im Siedlungsbereich zu bieten? Die Kreisfachberatung hat drei konkrete Ratschläge.

 

Erstens: Muss es ein kurz geschorener Zierrasen sein? Natürlich braucht man im Garten Rasenflächen zum Sitzen, Spielen und Toben, aber je länger das Gras und die Wiesenblumen sein dürfen, desto besser. Speziell bei größeren Flächen kann durch ein verändertes Mähverhalten mit geringem Aufwand schnell viel erreicht werden. Es hilft der Natur schon, den Rasen nicht zu kurz zu halten, sodass Gänseblümchen und Wiesenklee wachsen können. Aber wer wirklich neuen Lebensraum schaffen möchte, sollte Teile des Rasens gar nicht mähen und Blühinseln stehen lassen. Für die Insektenwelt entsteht einerseits ein Rückzugsraum in der bodennahen Streuschicht, andererseits ein Blütenangebot mit Pollen und Nektar. Und es kann sehr spannend sein, zu sehen, welche Wiesenblumen und –kräuter von Margerite bis Salbei ihren Weg in den Garten finden.

 

Zweitens: Entscheidend wichtig für die Bestäubung vieler Pflanzen sind die heimischen Wildbienen. Die meisten Arten nisten in offenen Sand- und Lehmflächen, Nischen von Trockenmauern oder Totholz. Wer also aktiv und ohne großen Aufwand die gefährdeten Wildbienen in seinem Garten ansiedeln und beheimaten möchte, kann beispielsweise offene Sandflächen im Garten schaffen und einen Bereich mit Totholz anlegen – am besten in der Nähe einer Blühinsel, denn Wildbienen fliegen von Nist- zu Nahrungsplatz maximal 400 Meter. Wer beides in unmittelbarer Nähe zueinander zur Verfügung stellt, schafft Lebensraum. Auch Lesesteinhaufen und Trockenmauern bieten Rückzugmöglichkeiten und Winterquartier für Insekten und kleine Amphibien.

Insekten brauchen Wasser. Dazu genügt oft schon eine kleine Wasserstelle als Tränke, und sei es nur ein Blumenuntersetzer mit Kieselsteinen, über die sich die Insekten der Oberfläche nähern können. Noch besser ist selbstverständlich ein größerer Teich mit natürlichen Uferzonen, wo sich eine beeindruckende Welt von Libellen, Wasserläufern und Amphibien beobachten lässt.

 

Drittens: Erstaunlich viele Flächen lassen sich zum Naturraum entwickeln, beispielsweise begrünte Flachdächer – im kleinen Maßstab kommen schon Müllhäuschen mit Flachdach infrage - oder Fassaden, an denen Kletterpflanzen an Rankhilfen wachsen dürfen. Kletternde Pflanzen wie Geißblatt und Kletterhortensie bieten häufig geschützte Nistmöglichkeiten für Singvögel und werten jede Fassade durch ihren Blütenreichtum auf. Wer sich mit offenen Augen auf dem eigenen Grundstück umschaut, findet sicher noch eine nutzbare Fläche.

 

Gärten jeder Größe eignen sich dafür, als kleine Biotope Lebensräume zu verbinden und so statt einer Grenze einen für die Tierwelt bewohnbaren Übergang von der freien Landschaft in den Siedlungsbereich herzustellen. Alle Gartenliebhaber*innen sind gefragt! Die Kreisfachberatung Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Nürnberger Land gibt gerne jederzeit nähere Auskünfte, Informationen oder Ratschläge und ist telefonisch unter der Nummer 09123 950 6531 und per Mail an gartenbau@nuernberger-land.de zu erreichen.